DAX: Nahost-Eskalation trübt den Start

DAX startet mit leichten Gewinnen in die Woche, doch Nahost-Konflikt und gemischte Prognosen belasten die Stimmung.

Redaktion Stock-World ·
Ein unscharfes Börsenticker-Display mit roten Abwärtstrends, das geopolitische Spannungen und Marktunsicherheit darstellt. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Leichte Erholung nach Freitagstief
  • Neue US-Angriffe auf iranische Ziele
  • DAX-Halbjahresbilanz fällt verhalten aus
  • US-Arbeitsmarktbericht am Donnerstag erwartet

Der Wochenstart verläuft für den DAX ruhiger als befürchtet — aber von Erleichterung kann keine Rede sein. Vorbörslich wird der deutsche Leitindex rund 0,3 Prozent im Plus erwartet, bei knapp 24.750 Punkten. Damit würde er sich ein Stück weit von seinem Freitagstief bei 24.547 Punkten erholen.

Geopolitik bleibt das bestimmende Thema

Das Wochenende brachte neue Unruhe: Nur knapp zwei Wochen nach Unterzeichnung eines Rahmenabkommens griffen US-Streitkräfte erneut iranische Ziele an — als Reaktion auf einen Angriff auf ein Frachtschiff. Die iranischen Revolutionsgarden attackierten daraufhin Ziele in Kuwait und Bahrain. Immerhin haben beide Seiten inzwischen angekündigt, vorerst von weiteren Maßnahmen abzusehen und die Verhandlungen fortzusetzen. Schiffe sollen die Straße von Hormus frei befahren können.

Für die Börsen bleibt das Unsicherheit. CMC-Markets-Analyst Andreas Lipkow bringt es auf den Punkt: Jede negative Nachricht werde derzeit zum Anlass für Gewinnmitnahmen. Das lasse auf eine bevorstehende Konsolidierung schließen.

Schwache Halbjahresbilanz, durchwachsene Aussichten

Das erste Halbjahr 2026 schließt der DAX mit einem minimalen Plus ab — weit entfernt vom Januar-Rekordhoch bei 25.507 Punkten. US-Technologieindizes und die Leitindizes in Japan und Südkorea haben den deutschen Markt im gleichen Zeitraum klar übertroffen, getrieben vom anhaltenden KI-Hype.

Die Prognosen für die zweite Jahreshälfte gehen auseinander. Die DZ Bank hält den übergeordneten Aufwärtstrend für intakt und traut dem DAX bis Dezember ein Plus von rund zehn Prozent zu. Die Helaba ist deutlich zurückhaltender und sieht das Jahresende bei 25.000 Punkten — ein Jahresgewinn von lediglich zwei Prozent.

Was diese Woche zählt

Die Agenda hält mehrere potenziell kursrelevante Termine bereit. Ab Dienstag folgen weltweite Einkaufsmanagerindizes. Am Mittwoch treten neue EU-Regeln für Stahlimporte in Kraft, die gezielt gegen chinesische Billigkonkurrenz gerichtet sind. Besonders im Blick: der US-Arbeitsmarktbericht, der wegen des verschobenen Feiertags diesmal bereits am Donnerstag veröffentlicht wird — ein Tag früher als üblich und damit ein wichtiger Gradmesser für die US-Geldpolitik. Fällt er schwächer aus als erwartet, könnte das den Druck auf den DAX verstärken, der seine technisch wichtige 50-Tage-Linie bei rund 24.600 Punkten gerade eben gehalten hat.

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