DAX: Nervosität siegt

Der deutsche Leitindex schloss im Minus, getrieben von geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und steigenden Energiepreisen. Konjunkturdaten und schwache Einzeltitel belasteten zusätzlich.

Dr. Robert Sasse ·
DAX Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Geopolitische Spannungen überschatten Börsenhandel
  • Steigende Öl- und Gaspreise schüren Inflationsängste
  • ZEW-Konjunkturerwartungen fallen deutlich ins Minus
  • Allianz gewinnt, MTU und Beiersdorf verlieren stark

Der DAX hat heute seinen freundlichen Start verspielt. Was als moderate Erholung begann, endete mit einem Minus von 0,6 Prozent auf 24.271 Punkte — gedrückt von steigenden Ölpreisen und einer Nahost-Krise, die die Märkte in Atem hält.

Iran-Ultimatum überschattet alles

Der eigentliche Treiber war nicht Frankfurt, sondern Islamabad. Pakistan bereitet eine zweite Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran vor — doch ob Teheran überhaupt eine Delegation schickt, bleibt offen. Die 14-tägige Waffenruhe läuft in der Nacht zum Donnerstag mitteleuropäischer Zeit ab.

US-Präsident Trump gab sich gegenüber CNBC demonstrativ selbstsicher: Der Iran habe schlicht keine andere Wahl, als an den Verhandlungstisch zu kommen. Ein solches Auftreten unmittelbar vor Ablauf eines Ultimatums macht Anleger erfahrungsgemäß nicht ruhiger — es macht sie nervöser. Kein Wunder also, dass das Handelsvolumen spürbar zurückging und selektive Käufe dominierten.

Der Brent-Ölpreis legte auf knapp 97 Dollar je Fass zu, der Gaspreis zog um fünf Prozent an. Beides schürt Inflationsängste und trieb die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf die runde Marke von 3,00 Prozent — ein zusätzlicher Gegenwind für Aktien.

Verlierer, Gewinner, gemischtes Bild

Auf Einzelwertebene war die Stimmung zweigeteilt. MTU Aero Engines zählte mit einem Minus von fast sechs Prozent zu den größten Verlierern im deutschen Leitindex, auch Airbus und Deutsche Telekom gaben deutlich nach. Bei der Telekom sorgte zudem eine Razzia bei einer Tochtergesellschaft für Unruhe — das Unternehmen hatte den Fall selbst zur Anzeige gebracht, was die Aktie dennoch rund 2,6 Prozent kostete.

Beiersdorf enttäuschte mit Quartalszahlen: Der Konzern verfehlte die ohnehin gedämpften Erwartungen, das Wachstum der Kernmarke Nivea fiel überraschend schwach aus. Die Aktie verlor 3,5 Prozent.

Auf der Gewinnerseite stach Allianz hervor. Goldman Sachs erhöhte das Kursziel auf 450 Euro und bekräftigte die Kaufempfehlung — mit Verweis auf eine robuste Gewinnentwicklung. Die Aktie legte 1,4 Prozent zu und nähert sich damit ihrem Rekordniveau aus dem Jahr 2000.

ZEW trübt die Stimmung zusätzlich

Die Konjunkturdaten lieferten kaum Aufhellung. Das ZEW-Stimmungsbarometer für Deutschland fiel im April auf minus 17,2 Punkte — nach minus 0,5 Punkten im März. Der Iran-Krieg hat die Erwartungen spürbar eingetrübt. Für die Eurozone sank das entsprechende Barometer auf minus 20,4 Punkte, den niedrigsten Stand seit Dezember 2022.

Volkswirte verweisen dennoch auf stabilisierende Faktoren: Das Infrastruktur- und Rüstungsprogramm der Bundesregierung dürfte die gesamtwirtschaftliche Wachstumsdynamik stützen — ein Gegengewicht, das in den ZEW-Daten noch kaum sichtbar ist.

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