DAX: Nvidia-Umsatz steigt auf 96,22 Milliarden

Der DAX gewinnt 0,3 Prozent, während Nvidia mit starkem Umsatzwachstum den Technologiesektor stützt und Inflationsdaten Zinssorgen nähren.

Dr. Robert Sasse ·
DAX Aktie

Kurz zusammengefasst

  • DAX steigt auf 26.355,97 Punkte
  • Nvidia verdoppelt Quartalsumsatz auf 96,22 Milliarden
  • Rechenzentren liefern über 90 Prozent Umsatz
  • US-Inflation dämpft Hoffnungen auf Zinssenkungen

Der deutsche Leitindex zeigt sich am heutigen Donnerstag gut behauptet und profitiert maßgeblich von den jüngsten Geschäftszahlen des US-Grafikkarten-Spezialisten Nvidia.

Mit einem aktuellen Stand von 26.355,97 Punkten verzeichnet der DAX ein Plus von 0,3 % und nähert sich damit wieder seinem bisherigen Rekordstand an. Der Index notiert damit nur noch rund 0,8 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 26.573,50 Punkten, das erst Mitte August erreicht worden war.

Nvidia-Zahlen treiben den Technologiesektor an

Der Hauptimpuls für die freundliche Stimmung kommt aus den USA. Nvidia hat am Mittwochabend nach US-Börsenschluss Zahlen vorgelegt, die die ohnehin hohen Erwartungen der Analysten erneut übertrafen. Der Umsatz des Konzerns verdoppelte sich im zweiten Quartal auf rund 96,22 Milliarden US-Dollar, während der Nettogewinn auf fast 60 Milliarden US-Dollar kletterte.

Besonders stark wuchs das Geschäft mit Rechenzentren, das inzwischen über 90 % des Gesamtumsatzes ausmacht. Für das laufende dritte Quartal stellte das Unternehmen Erlöse von rund 108 Milliarden US-Dollar in Aussicht.

Diese Entwicklung befeuert auch im DAX die Zuversicht im Technologiesektor. Die Aktie des Halbleiterherstellers Infineon legte am Vormittag deutlich zu, ebenso wie Papiere aus dem Bereich der erneuerbaren Energien und der Industrietechnik.

Laut Medienberichten profitiert die Branche von der ungebrochenen Euphorie rund um Künstliche Intelligenz (KI). Die Analysten von Bernstein erhöhten in diesem Zusammenhang ihr Kursziel für Nvidia deutlich auf 400 US-Dollar, während Jefferies für die kommenden Geschäftsjahre mit einem anhaltend massiven Umsatzwachstum im gesamten Sektor rechnet.

Jackson Hole und Inflationsdaten sorgen für vorsichtige Untertöne

Trotz der positiven Impulse durch Nvidia bleibt die allgemeine Marktstimmung durch geldpolitische Unsicherheiten geprägt. Anleger richten ihren Blick gespannt auf das heute beginnende Notenbank-Symposium in Jackson Hole.

Besondere Aufmerksamkeit gilt der für morgen angekündigten Rede von Fed-Chef Kevin Warsh. Marktteilnehmer erhoffen sich Hinweise darauf, ob die US-Notenbank im September den Leitzins unverändert lässt oder eine weitere Erhöhung in Betracht zieht.

Zusätzliche Brisanz erhielten diese Erwartungen durch aktuelle US-Inflationsdaten. Die PCE-Kernrate, ein bevorzugtes Maß der US-Notenbank, verharrte im Juli bei 3,3 %, während die Gesamtrate auf 3,7 % stieg. Dies dämpft laut Marktbeobachtern die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen.

Auch für den Euroraum zeichnet sich ein restriktiver Kurs ab: Die EZB dürfte den Einlagenzins bei ihrer nächsten Sitzung im September um 25 Basispunkte auf 2,50 % anheben, um die Inflation von zuletzt knapp 3 % weiter in Richtung des Zielwerts von 2,0 % zu drücken.

Stabile Wirtschaftszahlen stützen den DAX

Flankiert wird das Geschehen an der Börse von soliden Konjunkturdaten aus der Heimat. Wie die Statistikbehörden bestätigten, wuchs das deutsche Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal 2026 um 0,3 % gegenüber dem Vorquartal.

Getrieben wurde diese Entwicklung vor allem durch die Exporte, die um 2,0 % zulegten. Dennoch warnen Experten vor Risiken wie dem Fachkräftemangel oder logistischen Problemen durch Niedrigwasser am Rhein, die das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte bremsen könnten.

Im DAX selbst zeigten sich neben den Technologiewerten auch Versorger und Bankentitel stabil. Während Siemens Energy von der positiven Stimmung im Industriesektor profitierte, konnten auch Finanzwerte wie die Deutsche Bank einen Teil ihrer Vortagesgewinne halten.

Das Handelsgeschehen bleibt jedoch insgesamt von einer gewissen Zurückhaltung geprägt, da viele Investoren vor den richtungsweisenden Aussagen aus Jackson Hole keine größeren neuen Positionen eingehen möchten.

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