DAX Öl fällt, Index steigt
Der DAX steigt um 0,7 Prozent, getrieben von sinkenden Ölpreisen und anhaltender KI-Euphorie. Autowerte und Infineon legen zu.

Kurz zusammengefasst
- DAX steigt um 0,7 Prozent
- Ölpreis fällt unter 97 Dollar
- Autowerte profitieren von niedrigen Energiekosten
- Infineon auf höchstem Niveau seit 2000
Sinkende Ölpreise, KI-Euphorie und vorsichtige Iran-Hoffnung — der DAX hat seinen Rücksetzer vom Dienstag heute Mittag weitgehend aufgeholt. Der Leitindex notierte gegen Mittag bei rund 25.366 Punkten, ein Plus von knapp 0,7 Prozent. Das Rekordhoch aus dem Januar bei 25.507 Punkten rückt damit wieder in greifbare Nähe.
Öl gibt nach, Autos legen zu
Haupttreiber der Erholung war ein deutlicher Rückgang der Rohstoffpreise. Brent-Rohöl fiel unter 97 Dollar je Barrel, nachdem Berichte über LNG-Tanker-Durchfahrten durch die Straße von Hormus aufgetaucht waren. Das linderte Versorgungssorgen, die der anhaltende Nahostkonflikt ausgelöst hatte. US-Außenminister Marco Rubio deutete an, ein mögliches Abkommen könnte innerhalb weniger Tage erreichbar sein — konkrete Fortschritte blieben allerdings aus.
Autos profitieren davon gleich doppelt: Niedrigere Energiepreise stützen die Margen, und frische Zulassungsdaten aus Europa zeigen für April ein Plus von 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Adidas führte die Gewinnerliste im DAX mit einem Anstieg von fast 6 Prozent an, Continental und Daimler Truck folgten mit gut 4 Prozent.
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KI hält die Stimmung hoch
Parallel dazu befeuert die globale KI-Euphorie den Technologiesektor. Infineon legte rund 1,6 Prozent zu — im Windschatten eines 19-Prozent-Sprungs des US-Halbleiterherstellers Micron. Damit befinden sich Infineon-Titel auf dem höchsten Bewertungsniveau seit dem Jahr 2000. Marktbeobachter sehen den DAX als Nutznießer der Rotation: Wer sich nach Alternativen zu hochbewerteten US-Technologieriesen umsieht, landet zunehmend bei europäischen Standardwerten.
Auf der Verliererseite standen Energieversorger. RWE verlor knapp 3 Prozent, E.ON rund 2 Prozent — ein Muster, das sich immer dann zeigt, wenn fallende Energiepreise die Erzeugermargen unter Druck setzen.
Der MDAX kletterte mit einem Plus von 0,86 Prozent auf 32.981 Punkte auf das höchste Niveau seit mehr als vier Jahren. Das unterstreicht, dass die Erholung nicht nur die großen Namen erfasst. Die nächste Belastungsprobe kommt aus dem Nahen Osten: Sollten die Gespräche zwischen Washington und Teheran erneut scheitern, dürfte der Ölpreis schnell wieder drehen — und die gute Stimmung im DAX mit ihm.
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