DAX: Öl und Anleihen bremsen den Optimismus
Steigende Ölpreise und US-Anleiherenditen belasten die Märkte, während der DAX dank geringer Technologiegewichtung bislang widerstandsfähiger bleibt.

Kurz zusammengefasst
- IG taxiert den DAX leicht höher
- Ölpreisanstieg schürt Inflations- und Zinssorgen
- BASF sondiert mögliche Evonik-Übernahme
- Wichtige Konjunkturdaten folgen diese Woche
Ein Dienstagmorgen, der Anlegern wenig Orientierung bietet: Der DAX pendelt knapp im Plus, während im Hintergrund zwei Kräfte ziehen, die sich diametral entgegenstehen. Auf der einen Seite steigende Ölpreise und anziehende US-Anleiherenditen, auf der anderen Seite ein Index, der dank seiner geringen Technologie-Gewichtung der internationalen Schwäche in diesem Sektor bislang trotzt.
Der Broker IG taxierte den Leitindex im Vorfeld des Xetra-Handelsstarts rund 0,1 Prozent im Plus. Der DAX-Future selbst bewegte sich zuletzt bei etwa 25.583 Punkten. Damit bleibt der Index deutlich unter seinem Rekordhoch vom 28. August, als er intraday bei 26.618,74 Zählern notierte.
Ölpreis und Zinssorgen als Belastungsfaktor
Die Hoffnung auf eine rasche diplomatische Lösung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran schwindet – mit Folgen für die Ölpreise, die zuletzt wieder anzogen. Das nährt Inflationssorgen und befeuert Spekulationen auf weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed. Amerikanische Staatsanleihen reagierten bereits am Montag mit Renditen auf Mehrjahreshochs.
Marktbeobachter Stephen Innes bringt die Lage auf den Punkt: Er stellt die Frage, wie lange das US-Wirtschaftswachstum höhere Zinsen und Ölpreise noch kompensieren kann, während das Polster an den Aktienmärkten nicht mehr weiterwächst.
Diese Gemengelage drückt bereits auf die Wall Street – der Dow Jones Industrial steuert mit Einbußen von mehr als drei Prozent auf einen schwachen September zu, und auch der DAX dürfte den Monat mit spürbaren Verlusten beenden.
Auf Unternehmensseite sorgt die mögliche Übernahme von Evonik durch BASF für Gesprächsstoff. BASF hat Sondierungsgespräche mit Evonik und der RAG-Stiftung bestätigt, Evonik selbst spricht von einer unverbindlichen Ansprache für ein freiwilliges Übernahmeangebot – konkrete Gespräche fänden derzeit nicht statt. Die Evonik-Aktie profitierte zuletzt von der Übernahmefantasie, während BASF mit Fragen zur Finanzierung konfrontiert bleibt.
Blick auf die Konjunkturdaten der Woche
Die Richtung für die kommenden Tage dürfte von harten Zahlen kommen. Am Mittwoch und Donnerstag stehen zahlreiche Einkaufsmanagerindizes aus Asien, den USA und Europa an. Am Freitag folgen dann der US-Arbeitsmarktbericht und die Verbraucherpreisdaten aus der Europäischen Union – zwei Termine, die als wichtige Weichensteller für die Geldpolitik der Notenbanken gelten.
Bis dahin bleibt der DAX in einem schmalen Korridor gefangen, in dem die geringe Technologie-Gewichtung schützt, während Ölpreis und Anleiherenditen die Stimmung insgesamt drücken.
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