DAX: Öl und Krieg bremsen
Steigende Ölpreise und stockende Nahost-Verhandlungen drücken auf den DAX. Anleger warten gespannt auf US-Inflationsdaten.
Kurz zusammengefasst
- DAX fällt zu Wochenbeginn leicht
- Ölpreis klettert über 105 Dollar
- US-Inflationsdaten am Dienstag erwartet
- Quartalszahlen von Hannover Rück und GEA
Der DAX startet mit Gegenwind in die neue Woche. Broker IG taxierte den deutschen Leitindex am frühen Montagmorgen rund 0,2 Prozent tiefer auf 24.289 Punkte — nach einem bereits schwachen Freitag, an dem der Index mit einem Minus von 1,32 Prozent bei 24.338 Punkten aus dem Handel ging.
Iran-Konflikt ohne Ausweg
Treiber der Schwäche ist der festgefahrene Nahost-Konflikt. Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran stagnieren: US-Präsident Trump bezeichnete die jüngste iranische Antwort auf amerikanische Vermittlungsvorschläge als „völlig inakzeptabel“ und bekräftigte weitere Drohungen gegen Teheran. Ein Waffenstillstand bleibt fragil, die für den globalen Energiehandel entscheidende Straße von Hormus weiterhin unsicher.
Das drückt direkt auf die Ölpreise. Brent kletterte um mehr als vier Dollar auf über 105 Dollar pro Barrel — und damit deutlich über die psychologisch wichtige 100-Dollar-Marke. Hält dieses Niveau, droht ein spürbarer Anstieg der Inflation, was Notenbanken zu weiteren Zinserhöhungen zwingen könnte. Für Aktien wäre das ein doppelter Gegenwind.
Inflation als zweite Baustelle
Besonders aufmerksam schauen Anleger auf die US-Preisdaten, die am Dienstag veröffentlicht werden. Chefstratege Robert Greil von Merck Finck erwartet, dass sich die US-Inflation für April eher der Vier- als der Dreiprozentmarke nähern wird. Trumps politischer Spielraum schrumpft dabei: Für die Zwischenwahlen im November braucht er sinkende Teuerungsraten — der aktuelle Trend zeigt in die entgegengesetzte Richtung.
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Analysten der Helaba sehen die Anleger bislang noch nicht im Krisenmodus, sondern lediglich in einer abwartenden Haltung. Das spiegelt sich auch im Abstand zum Allzeithoch wider: Anfang Januar hatte der DAX bei 25.507 Punkten seinen Rekordstand markiert. Seither fehlen rund fünf Prozent auf dieses Niveau, und der zuletzt in der Vorwoche erreichte Jahreshöchststand von 25.152 Punkten rückt wieder in weitere Ferne.
Berichtssaison hält das Tempo
Neben der Geopolitik bleibt die laufende Quartalssaison ein wichtiger Kurstreiber. Heute legen aus dem DAX der Rückversicherer Hannover Rück sowie die GEA Group ihre Zahlen vor. Im weiteren Wochenverlauf folgen zahlreiche weitere Schwergewichte — darunter Bayer, Munich Re und Siemens Energy am Dienstag sowie Allianz, Deutsche Telekom und Siemens am Mittwoch. Die Berichtssaison könnte damit zumindest punktuell positive Impulse liefern, sofern die Zahlen die gedämpften Erwartungen übertreffen.
Ob Liquidität und robuste Unternehmensgewinne den geopolitischen Gegenwind tatsächlich abfedern können, wird sich in den kommenden Handelstagen zeigen — der Markt hängt derzeit an jedem Signal aus dem Nahen Osten.
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