DAX: Ölgewinner, Index-Verlierer
Iran-Konflikt und US-Wahl schüren Unsicherheit; hohe Energiekosten belasten Unternehmen, während Ölkonzerne profitieren.

Kurz zusammengefasst
- Ölkonzerne verzeichnen ein Rekordjahr
- DAX bleibt unter 26.000 Punkten
- Hohe Energiepreise belasten Industriemargen
- Zalando kämpft mit Kosten und Margendruck
Ein Angriff auf eine iranische Insel, Ölpreisprognosen bis 130 US-Dollar und eine US-Wahl als möglicher Auslöser: Am Wahltag der amerikanischen Zwischenwahlen prallen am Markt zwei Welten aufeinander. Die Ölkonzerne verbuchen ein Rekordjahr. Der deutsche Leitindex dagegen tut sich schwer, die Marke von 26.000 Punkten zurückzuerobern.
Teurer Rohstoff, belastete Börse
Viele Ölhändler rechnen damit, dass der Konflikt mit dem Iran nach der Wahl neu aufflammt. Für Verbraucher und Notenbanken wäre das eine Belastungsprobe, ebenso für große Teile der Börse. Höhere Energiepreise drücken auf die Margen vieler Industrieunternehmen und befeuern die Inflationssorgen. Die Ölkonzerne selbst profitieren schon jetzt von einem Geldregen.
Die Zurückhaltung der Anleger hat jedoch noch einen zweiten Grund. Die US-Zwischenwahlen könnten die Machtverhältnisse im Kongress verschieben. Umfragen deuten auf Verluste der Republikaner hin, auch im Senat könnte die Lage für die Regierung schwieriger werden. Das beträfe Steuer-, Handels- und Haushaltspolitik. Entsprechend gering ist die Bereitschaft, größere Risiken einzugehen.
Gute Nachrichten reichen nicht mehr
Auffällig ist ein Stimmungswechsel im Technologiesektor. Selbst solide Zahlen von Apple und Palantir nutzten Investoren, um Positionen abzubauen. Früher genügte die Aussicht auf weiteres KI-Wachstum für kräftige Kursgewinne. Heute geraten vor allem die hohen Bewertungen unter Druck, weniger die langfristigen Perspektiven der Unternehmen.
Im DAX selbst fiel die Resonanz auf die Quartalszahlen gemischt aus. Bayer kam überwiegend gut an. Anleger hoffen auf eine nachhaltige Besserung, vor allem falls sich die Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten in den USA lösen ließen. Das wäre für den Konzern ein wichtiger Schritt.
Bei Zalando zeigte sich dagegen, dass robuste Konsumnachfrage nicht automatisch höhere Gewinne bringt. Steigende Kosten und Druck auf die Bruttomargen belasten die Profitabilität.
Gold als Stimmungsbarometer
Auch am Edelmetallmarkt wächst die Vorsicht. Gold hat seit Jahresbeginn an Schwung verloren, das charttechnische Bild gilt als eingetrübt. Als wichtige Marke gelten 3.940 Dollar je Feinunze. Erst eine nachhaltige Rückeroberung der 4.000-Dollar-Marke würde nach Einschätzung von Chartanalysten spürbar entlasten.
Nach Auszählung der US-Wahl dürfte sich zeigen, ob der DAX die 26.000 Punkte angeht oder ob eine Eskalation im Iran-Konflikt den Ölpreis weiter treibt und die Gewinnmitnahmen im Index verlängert.
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