DAX: Ölpause bringt Verschnaufpause

Nach drei schwachen Handelstagen gewinnt der DAX leicht an Boden, während China-Daten stützen und geopolitische Risiken den Ölmarkt belasten.

Dieter Jaworski ·

Kurz zusammengefasst

  • DAX findet nach Verlustserie Halt
  • Ölpreisanstieg verliert an Dynamik
  • China-Daten fallen robuster aus
  • Deutsche Telekom unter Druck eines Investors

Nach drei Verlusttagen in Folge findet der DAX am Donnerstag wieder Halt. Der Auslöser ist unspektakulär, aber wirkungsvoll: Der Ölpreisanstieg verliert an Tempo, und schon das reicht den Märkten als Signal zur Beruhigung. Das Schreckensszenario einer nächsten Ölpreiswelle über 100 Dollar rückt damit vorerst in den Hintergrund.

Vor dem Xetra-Start taxierte der Broker IG den Leitindex rund 0,1 Prozent höher bei etwa 25.870 Punkten. Am Mittwoch hatte der DAX bei 25.727 Punkten sein Tagestief markiert und noch vor der 50-Tage-Linie gedreht — jener gleitende Durchschnitt gilt als Gradmesser für den mittelfristigen Trend. Vom Rekordhoch bei 26.618 Punkten, aufgestellt am vergangenen Freitag, trennen den Index damit weiterhin gut 700 Punkte.

China-Daten und Ölmarkt als Stützen

Zur Erleichterung tragen zusätzlich Konjunkturdaten aus China bei. Sowohl der private Konsum als auch der Arbeitsmarkt zeigten sich robuster als erwartet — für die exportabhängige deutsche Wirtschaft eine relevante Nachricht, da die Konjunkturentwicklung im Reich der Mitte direkt auf hiesige Unternehmen durchschlägt.

Die geopolitische Lage bleibt trotz der Ölpreispause fragil. Portfoliomanager verweisen darauf, dass die Straße von Hormus weiterhin geschlossen sei und ein dauerhafter Frieden zwischen den Konfliktparteien in weiter Ferne liege. Die aktuelle Ruhe an den Märkten beruht also eher auf dem Ausbleiben neuer Eskalationsmeldungen als auf einer echten Entspannung.

Auf Einzeltitelebene sorgt der Einstieg eines aktivistischen Investors bei der Deutschen Telekom für Gesprächsstoff — dieser soll Druck auf Pläne für eine Fusion mit der US-Mobilfunktochter ausüben und stattdessen höhere Aktienrückkäufe fordern.

Delivery Hero empfiehlt seinen Aktionären derweil die Annahme des Übernahmeangebots zu 41,50 Euro je Aktie. Bei Broadcom sorgten die nachbörslich vorgelegten Quartalszahlen trotz starker Werte für Enttäuschung, die Aktie tendierte im frühen europäischen Handel schwächer.

Charttechnisch bewegt sich der DAX weiter in einer engen Bandbreite. Aus technischer Sicht dürfte der Index den Handelstag zwischen 25.800 und 26.050 Punkten verbringen, mit den heute anstehenden Einkaufsmanagerindizes und Erzeugerpreisdaten aus Europa und den USA als möglichen Impulsgebern.

Ein Ausbruch über das Rekordniveau von 26.618 Punkten würde das übergeordnete Kaufsignal reaktivieren, ein Rutsch unter 25.280 Punkte hingegen das positive Szenario ernsthaft infrage stellen.

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