DAX: Ölpreis als Spielverderber
Der DAX kämpft mit geopolitischen Risiken und einem steigenden Ölpreis. Zusätzlich belastet eine Analystenabstufung des Indexschwergewichts SAP die Stimmung deutlich.

Kurz zusammengefasst
- Ölpreis steigt auf über 100 US-Dollar
- SAP fällt nach Analystenabstufung stark
- DAX testet kritische Marke bei 22.000 Punkten
- Geopolitische Spannungen dämpfen Zinssenkungshoffnungen
Der Iran-Konflikt hält die Märkte im Griff — und der Ölpreis macht es besonders deutlich. Seit Kriegsbeginn Ende Februar hat sich Brent von rund 72 auf über 100 US-Dollar verteuert, ein Anstieg, der Inflationsängste schürt und Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen dämpft.
Der Dienstag spiegelte diese Zerrissenheit wider. Kurze Erholungsschübe, ausgelöst durch Berichte über mögliche Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran, verpufften ebenso schnell, wie sie entstanden waren. Zeitweise drückte der steigende Ölpreis — Brent notierte zwischenzeitlich bei fast 104 US-Dollar — den DAX unter 22.500 Punkte. Am Ende schloss der Index nahezu unverändert bei 22.612 Punkten, rund acht Prozent unter dem Jahresauftaktsniveau.
SAP belastet den Index spürbar
Zum strukturellen Gegenwind kommt ein hausgemachtes Problem: SAP, mit knapp neun Prozent Indexgewicht das schwerste Einzelmitglied im DAX, verlor am Dienstag rund vier Prozent und markierte den tiefsten Stand seit 26 Monaten. Auslöser war eine Abstufung durch JPMorgan — Analyst Toby Ogg senkte das Votum von „Overweight“ auf „Neutral“ und das Kursziel von 260 auf 175 Euro. Als Begründung nannte er eine sich verlangsamende Margenausweitung, da der KI-getriebene Wandel des Geschäftsmodells zunehmend Gegenwind erzeugt. Kepler Cheuvreux und Jefferies strichen ebenfalls ihre Kursziele, halten aber an Kaufempfehlungen fest.
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Auf der Gegenseite zählte Siemens Energy mit einem Plus von knapp zwei Prozent zu den wenigen Lichtblicken des Tages.
Kritische Unterstützung bei 22.000 Punkten
Charttechnisch hat sich die Zone um 22.000 Punkte als wichtige Auffanglinie etabliert. Am Montag war der DAX kurzzeitig darunter gerutscht — erstmals seit dem Zollschock vom April 2025. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt derzeit rund sechs Prozent, was zeigt, wie weit sich der Index von seiner mittelfristigen Trendlinie entfernt hat.
Laut Joachim Schallmayer von der Dekabank wären erst mehrere Monate mit Brent-Preisen über 100 US-Dollar nötig, um die Notenbanken zu deutlichen Zinserhöhungen zu zwingen. Vorerst bleibt das Szenario offen — und damit auch die Richtungsfrage für den DAX. Diplomatische Fortschritte im Iran-Konflikt könnten eine belastbarere Erholung einleiten; bleibt Brent dauerhaft dreistellig, dürfte der Druck auf die 22.000er-Marke anhalten.
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