DAX: Ölpreis drückt auf Rekordjagd

Steigende Ölpreise und ein fester Euro bremsen den DAX nach seinem Rekordhoch. Erzeugerpreise in Deutschland steigen deutlich.

Andreas Sommer ·
Ein moderner, professioneller Handelsraum in Frankfurt mit natürlichem Licht und verschwommenem Hintergrund. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Ölpreis steigt über 94 Dollar
  • DAX testet wichtige Unterstützungslinie
  • Sartorius nach Analystenlob im Plus
  • JD Sports bricht nach Gewinnwarnung ein

Der DAX kommt nicht vom Fleck. Nach dem Rekordhoch bei 26.573 Punkten in der Vorwoche fehlen dem Index die Impulse für den nächsten Schritt nach oben.

Am Donnerstag rutschte er unter die runde Marke von 26.000 Punkten und testete die wichtige 21-Tage-Linie, die als Unterstützung zunächst hielt. Zur Mittagszeit stand ein Minus von rund 0,4 bis 0,6 Prozent zu Buche, je nach Handelsphase pendelte der Index zwischen 25.977 und 25.989 Zählern.

Zwei Belastungsfaktoren dominieren: der Ölpreis und ein fester Euro. Brent-Rohöl kletterte um mehr als zwei Prozent auf über 94 Dollar je Fass und markiert damit den vierten Anstiegstag in Folge.

Grund ist die anhaltend unklare Lage im Nahen Osten. US-Präsident Donald Trump verschärfte seine Rhetorik gegen Teheran und drohte Ländern, die dem Iran „jede Art von Rettungsleine“ böten, mit wirtschaftlichen Konsequenzen.

Irans Außenminister Abbas Araghchi konterte, Trumps „Verdoppelung gescheiterter Politik“ werde den USA nur eine weitere Niederlage bringen. Die Zahl der Frachtschiffe durch die Straße von Hormus ist inzwischen in den zweistelligen Bereich gefallen.

Parallel dazu belastet der Euro, der bei knapp 1,17 Dollar notiert, die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Exporteure. Hinzu kommt ein Inflationssignal aus Deutschland: Die Erzeugerpreise legten im Juli um 3,0 Prozent zum Vorjahr zu, der höchste Wert seit mehr als drei Jahren und deutlich über der Erwartung von 2,7 Prozent.

Anleihemarkt sorgt für Verschnaufpause

Etwas Entlastung kam von der Anleiheseite. Das US-Finanzministerium kündigte an, künftig verstärkt langlaufende Treasurys zurückzukaufen — ein Schritt, den Marktbeobachter als eine Art „Operation Twist“ durch die Fiskalpolitik werten, nicht durch die Notenbank. Das dämpfte kurzzeitig den Renditedruck bei US-Anleihen, schwächte im Gegenzug aber den Dollar, was wiederum die Kauflaune für europäische Aktien bremst. An den europäischen Anleihemärkten bewegten sich die Renditen im Zehnjahresbereich kaum.

Einzelwerte zwischen Analystenlob und Gewinnwarnung

Auf Einzeltitelebene sorgten vor allem Analystenkommentare für Bewegung. Sartorius sprang nach einer Hochstufung der UBS auf „Buy“ um rund fünf Prozent nach oben — die Bank sieht den Konzern gut positioniert für beschleunigtes Wachstum zwischen 2027 und 2029. Continental führte die Dax-Gewinnerliste mit einem Plus von 1,5 Prozent an, nachdem JPMorgan sich positiv zur Reifenbranche geäußert hatte.

Am anderen Ende brachen Brenntag-Titel nach einer „Underperform“-Einstufung der Bank of America mit Kursziel 55 Euro um rund drei Prozent ein — die Begründung: Nach den Sondergewinnen im Zuge des Nahost-Kriegs drohe eine Rückkehr zum Alltagsgeschäft.

Außerhalb des DAX sorgte JD Sports für den Ausreißer des Tages. Die Aktie brach um knapp 15 Prozent ein, nachdem der Sportartikelhändler seine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2027 wegen schwacher US-Nachfrage senkte. Adidas und Puma gerieten im Sog leicht unter Druck.

Für die kommenden Handelstage bleibt die Frage, ob der Index die 21-Tage-Linie als Unterstützung verteidigen kann. Sollte sich der Ölpreis weiter Richtung 100 Dollar bewegen, dürfte der Gegenwind für den DAX bestehen bleiben.

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