DAX: Ölpreis-Sprung bremst Rekordjäger

Nach dem Allzeithoch verliert der DAX rund 0,7 Prozent. Steigendes Öl, Inflationsdaten und Zinsängste belasten besonders Immobilienwerte.

Eduard Altmann ·
Moderne Glasfassade eines Finanzgebäudes in der Abendsonne als Symbol für den Aktienmarkt. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • DAX fällt nach neuem Allzeithoch
  • Brent-Preis steigt über 91 Dollar
  • Immobilienaktien verlieren bis zu 3,7 Prozent
  • OHB legt dank Großauftrag deutlich zu

Kaum ist der Rekord im Kasten, zieht der nächste Belastungsfaktor auf. Der DAX verliert am Montagmittag rund 0,7 Prozent auf etwa 26.390 Punkte, nachdem er am Freitag noch bei 26.618 Punkten ein neues Allzeithoch markiert hatte. Auslöser ist eine erneute militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran, die den Ölpreis kräftig anspringen lässt.

Brent-Rohöl verteuert sich um rund 3,5 Prozent auf über 91 Dollar das Fass. Hintergrund ist ein US-Militärschlag gegen mutmaßliche Minenleger-Ziele in der Straße von Hormus, worauf der Iran eigenen Angaben zufolge US-Stützpunkte in Jordanien angriff.

Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten zusätzlich einen Drohnenvorfall über ihren Hoheitsgewässern. Trotz der Zuspitzung fällt die Reaktion an Aktien- und Anleihemärkten vergleichsweise moderat aus — offenbar rechnet die Mehrheit der Anleger nicht mit einer breiten, langfristigen Eskalation.

Zinssorgen und Inflationsdaten drücken zusätzlich

Der Ölpreisschub trifft auf ohnehin nervöse Zinsfantasie. Die falkenhafte Rede von Fed-Chef Kevin Warsh auf dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole hat die Wahrscheinlichkeit einer US-Zinserhöhung im September von rund 30 auf 60 Prozent hochgetrieben. Warsh zeigte sich mit dem Tempo der Inflationsbekämpfung unzufrieden — Zweifel bleiben allerdings, ob er den Kurswechsel tatsächlich durchzieht.

Zusätzlichen Druck liefern die Inflationsdaten aus Deutschland. Erste Zahlen aus einzelnen Bundesländern deuten auf eine Teuerungsrate von rund 2,9 Prozent hin, spürbar über dem EZB-Ziel von 2,0 Prozent. Das dürfte die Europäische Zentralbank in ihrer Bereitschaft zu einer Zinserhöhung in der kommenden Woche bestärken, auch wenn der Markt dies weitgehend eingepreist hat.

Entsprechend geraten zinssensible Branchen unter Druck. Immobilienwerte wie Aroundtown, Vonovia und TAG Immobilien verlieren bis zu 3,7 Prozent, zusätzlich belastet durch eine deutliche Kurszielsenkung von Goldman Sachs für Aroundtown.

Siemens Energy fällt mit einem Minus von rund 3,5 Prozent besonders stark und ist damit größter Bremser im DAX — Händler verweisen auf Aussagen von Elon Musk, wonach SpaceX wegen langer Lieferzeiten bei Gasturbinen künftig eigene Turbinenblätter fertigen will.

Gegen den Trend legen Chemiewerte zu, gestützt von einem freundlichen Ifo-Geschäftsklimaindex für die Branche vom Freitag. BASF gewinnt gut ein Prozent, Brenntag ebenfalls. Aus dem Nebenwerte-Segment sticht OHB heraus: Der Raumfahrtkonzern springt dank eines Großauftrags um mehr als 7 Prozent — im laufenden Jahr steht damit ein Kursplus von rund 74 Prozent.

Für den August steuert der DAX trotz der aktuellen Schwäche auf ein Monatsplus von rund 3 Prozent zu. Der September gilt saisonal als schwächster Börsenmonat des Jahres — ob sich der Index gegen dieses Muster stemmen kann, dürfte sich in den kommenden Handelstagen zeigen, wenn am Freitag die US-Arbeitsmarktdaten und am Dienstag die Inflationszahlen der Eurozone anstehen.

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