DAX: Ölpreise beruhigen sich, Erholung in Sicht

Nachlassender Druck am Ölmarkt stützt den DAX vor US-Konjunkturdaten; ein Wochenplus bleibt von der weiteren Entwicklung abhängig.

Felix Baarz ·
Moderne Glasfassade eines Bürogebäudes im Frankfurter Finanzviertel bei Sonnenaufgang. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • IG taxiert den DAX höher
  • Ölpreise steigen am Morgen nicht weiter
  • Nikkei gewinnt, Hang Seng verliert
  • US-Konjunkturdaten stehen am Nachmittag an

Nach einer Woche im Zeichen von Öl und Zinsen deutet sich zum Wochenschluss eine Verschnaufpause an. Der Broker IG taxierte den Leitindex rund zweieinhalb Stunden vor Handelsstart ein halbes Prozent höher auf 25.402 Punkte. Damit würde der DAX auch auf Wochensicht zurück ins Plus drehen, nachdem er zwischenzeitlich bis auf das Niveau von Ende Juli zurückgefallen war.

Der Auslöser der Erholung liegt vor allem am Ölmarkt. Nach dem kräftigen Anstieg seit Mittwoch gibt es am Morgen zumindest keine weitere Verschärfung mehr. Zuvor hatten Warnungen eines iranischen Regierungsvertreters vor einer möglichen Eskalation im Nahen Osten die Ölpreise deutlich nach oben getrieben — mit Folgewirkungen auf Anleiherenditen und Inflationserwartungen, die zuletzt schwer auf der Stimmung lasteten.

Wall Street uneinheitlich, Asien gespalten

An der Wall Street fand sich am Donnerstag keine klare Richtung. Der Dow Jones gab um 0,31 Prozent nach, während sich der Nasdaq 100 mit einem minimalen Plus von 0,03 Prozent stabilisierte. S&P 500 und Nasdaq 100 konnten ihre Verluste nach europäischem Handelsschluss zumindest teilweise aufholen — ein Signal, das auch dem DAX am Morgen zugutekommt.

In Asien zeigt sich das Bild gespalten. Der Nikkei 225 legte um 1,3 Prozent zu, während der Hang-Seng-Index in Hongkong 1,7 Prozent verlor. In China ruhte der Handel feiertagsbedingt. Für zusätzliche mediale Aufmerksamkeit sorgte der Besuch von Chinas Staatschef Xi Jinping in Washington, den Donald Trump demonstrativ herzlich empfing. Konkrete wirtschaftspolitische Ergebnisse blieben dabei jedoch aus.

Auf der Verliererliste des Vortags standen vor allem zinssensitive und zyklische Werte: Infineon, Rheinmetall und Volkswagen büßten spürbar ein. Gefragt waren dagegen defensive Versicherer wie Beiersdorf, Hannover Rück und Munich Re.

Der Blick richtet sich nun auf die US-Konjunkturdaten am Nachmittag. Die Auftragseingänge langlebiger Güter und die zweite Lesung der Michigan-Verbraucherstimmung dürften zeigen, ob die Sorge vor dauerhaft hohen Zinsen berechtigt bleibt. Hält der Ölpreis seine aktuelle Beruhigung, könnte der DAX die Woche tatsächlich im Plus beenden.

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