DAX: Optimismus auf dünnem Eis
Der deutsche Leitindex gewinnt leicht, während die Frist für eine Lösung im Iran-Konflikt abläuft. Hohe Energiepreise und schwache Konjunkturdaten belasten die Aussichten.

Kurz zusammengefasst
- US-Ultimatum an Iran läuft ohne Einigung aus
- Ölpreis seit Kriegsbeginn um über 50 Prozent gestiegen
- Deutsche Konjunkturdaten zeigen schwächste Expansion
- BASF und Infineon zählen zu den Gewinnern im DAX
Der DAX hat sich nach dem langen Osterwochenende vom anfänglichen Zögern befreit und ins Plus gedreht. Bis zum Mittag kletterte der deutsche Leitindex um 0,9 Prozent auf 23.385 Punkte — das entspricht dem Niveau von Mitte März. Ein Hauch Erleichterung liegt über dem Markt, obwohl der eigentliche Auslöser alles andere als gelöst ist.
Deadline ohne Durchbruch
Das beherrschende Thema: das US-Ultimatum an den Iran, das in der Nacht auf Mittwoch um 2:00 Uhr MESZ ausläuft. Eine Einigung ist nicht in Sicht. Trump bekräftigte seine Drohung, iranische Kraftwerke und Brücken binnen Stunden zerstören zu können — sollte Teheran die Straße von Hormus nicht öffnen. Teheran reagierte mit Spott.
Marktanalysten wie Timo Emden von Emden Research beschreiben die aktuelle Lage treffend: Die Investoren klammern sich an das Szenario einer diplomatischen Lösung, blenden dabei aber erhebliche Risiken aus. Mit jeder Stunde ohne Einigung wächst die Nervosität — auch wenn sich das in den Kursen bislang kaum niederschlägt.
Der Iran-Krieg dauert inzwischen sechs Wochen. Der Ölpreis für die Referenzsorte Brent liegt mittlerweile bei über 111 Dollar — seit Kriegsbeginn ein Anstieg von mehr als 50 Prozent. Hohe Energiepreise sind Gift für Konjunktur und Unternehmensgewinne gleichermaßen.
Konjunkturdaten trüben das Bild zusätzlich
Auch die Wirtschaftsdaten liefern keinen Rückenwind. Der S&P Global Composite PMI für Deutschland fiel im März auf 51,9 — nach 53,2 im Februar, der schwächste Wert in diesem Jahr. Der Dienstleistungssektor leidet besonders unter dem Konflikt, während die Industrieproduktion paradoxerweise anzieht: Lieferkettenunterbrechungen treiben die Fabrikauslastung auf ein 49-Monats-Hoch.
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Eurozonenweit sieht es ähnlich aus. Der Composite PMI wurde für März auf 50,7 nach oben revidiert, bleibt aber deutlich unter dem Februar-Wert von 51,9 — die schwächste Expansion seit Juni 2025.
Einzelwerte setzen Ausrufezeichen
Innerhalb des Index stechen BASF mit einem Plus von rund 2,7 Prozent heraus, getragen von der allgemein freundlichen Stimmung in der Chemiebranche. Infineon, Fresenius Medical Care, Mercedes-Benz und Commerzbank legten ebenfalls spürbar zu. Gegen den Trend schwächelten Heidelberg Materials sowie RWE und E.ON.
Das Allzeithoch des DAX bei 25.507 Punkten vom 13. Januar rückt unter diesen Umständen in weite Ferne. Bis dahin fehlen aktuell gut neun Prozent — ein Weg, der nur mit einer Deeskalation im Nahen Osten realistisch kürzer werden dürfte.
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