DAX: Osterruhe nach Hormus-Zittern

Der deutsche Leitindex stabilisierte sich nach anfänglichem Tiefstand, ausgelöst durch Spannungen im Iran. Defensive Werte zeigten sich robust, während zyklische Titel unter Druck gerieten.

Redaktion Stock-World ·
DAX Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Trump-Rede zu Iran löst Ölpreissprung aus
  • Index erholt sich deutlich von Tagesverlusten
  • Sektorrotation zugunsten defensiver Werte
  • Lufthansa nach Analystenabstufung im Fokus

Die Karwoche endete mit einer bemerkenswerten Erholung. Der DAX schlitterte am Donnerstag zeitweise fast zwei Prozent ins Minus — und kämpfte sich dann wieder zurück.

Auslöser war eine Rede von US-Präsident Trump, in der er weitere drei Wochen Militäroperationen im Iran andeutete. Brent-Rohöl schoss daraufhin um mehr als acht Prozent auf über 108 US-Dollar. Der DAX fiel bis auf rund 22.828 Punkte. Dann kamen Hoffnungen auf eine Entspannung an der Straße von Hormus — und der Index erholte sich deutlich, schloss letztlich mit einem Minus von nur 0,56 Prozent bei 23.168 Punkten.

Sektorrotation als Reaktion auf den Ölschock

Die Sitzung zeigte eine klare Verschiebung: Defensive Werte hielten sich, zyklische und exportorientierte Titel gaben nach. EON und Hannover Rück gehörten zu den wenigen Gewinnern. Volkswagen, BMW und Siemens Energy standen unter Druck — bei den Autoherstellern kamen neben dem Ölpreisschock auch Sorgen über den festeren Euro und schwächere Auslandsnachfrage hinzu.

Besonders im Blick: Lufthansa. Morgan Stanley stufte den Titel ab und verwies auf die Risiken durch hohe Treibstoffkosten infolge des Nahostkonflikts. Deutsche Telekom und Infineon bildeten die Schlusslichter im Index.

Kritische Wochen stehen bevor

Der DAX notiert aktuell rund vier Prozent unterhalb seines 200-Tage-Durchschnitts bei 24.129 Punkten — ein Zeichen, dass der mittelfristige Aufwärtstrend vorerst gebrochen ist. UBS warnt vor weiteren Aufwärtsrisiken beim Ölpreis, solange keine Wiederaufnahme der Schifffahrt durch die Straße von Hormuz erfolgt. Schwache Ifo-Geschäftsklimazahlen, die zuletzt unter den Erwartungen lagen, verstärken den Gegenwind für den exportlastigen Index zusätzlich.

Die nächste reguläre Handelssitzung findet erst am Dienstag, 7. April 2026, statt — Karfreitag und Ostermontag bleiben börsenfrei. Bis dahin könnte sich das geopolitische Bild rund um Hormuz weiterentwickeln. Eine Deeskalation würde dem DAX erheblichen Rückenwind verschaffen; eine Eskalation dürfte den Druck auf die 22.200-Punkte-Unterstützung erneuern.

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