DAX: Rekord in Reichweite, Umsätze fehlen

Der DAX verharrt nahe seinem Rekordhoch, doch fehlende Umsätze trüben die Rally. Geopolitische Risiken und Zinsentwicklung bleiben im Fokus.

Redaktion Stock-World ·
Blick auf das leere Parkett der Frankfurter Wertpapierbörse bei diffusem Tageslicht. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • DAX nahe Allzeithoch, aber schwache Umsätze
  • Geopolitische Krisen belasten Aktien kaum
  • Salzgitter und OHB mit deutlichen Kursgewinnen
  • US-Notenbankprotokolle als nächster Impulsgeber

Der DAX tritt seit dem Rekordhoch vom vergangenen Mittwoch bei knapp 26.574 Punkten auf der Stelle. Am Montag pendelte der deutsche Leitindex um 26.420 bis 26.440 Punkte – kaum von seinem Allzeithoch entfernt, aber auch ohne den nötigen Schwung für einen neuen Ausbruch. Vier Gewinnwochen in Folge liegen hinter dem Index, das Jahresplus liegt bei knapp acht Prozent.

Was auffällt: Der Anstieg der vergangenen Wochen wurde mit auffallend niedrigen Handelsumsätzen erzielt. Portfoliomanager warnen deshalb vor Gewinnmitnahmen, sollte sich das Bild nicht bald durch breitere Beteiligung bestätigen. Seit dem Jahrestief im März – ausgelöst durch den Iran-Krieg und explodierende Ölpreise – hat sich der DAX immerhin um mehr als ein Fünftel erholt.

Geopolitik verliert an Schrecken

Bemerkenswert ist die Reaktion der Märkte auf den weiter schwelenden Nahost-Konflikt. Das 60-tägige Rahmenabkommen zur Klärung des iranischen Atomprogramms läuft aus, ohne dass Fortschritte erzielt wurden. US-Präsident Donald Trump goss zusätzlich Öl ins Feuer, als er die Übernahme der Straße von Hormus ankündigte – der Iran stellte daraufhin Verhandlungen offen infrage.

Trotzdem zeigen sich Anleger zunehmend abgestumpft gegenüber Krisenschlagzeilen aus der Region. Der Ölpreis reagierte zwar mit Aufschlägen auf über 89 Dollar je Barrel Brent, die Aktienmärkte ignorierten die Eskalation aber weitgehend. Das hohe Zinsniveau am Rentenmarkt bleibt dagegen ein latenter Risikofaktor – die Rendite 30-jähriger Bundesanleihen kletterte zuletzt auf ein 15-Jahres-Hoch.

Einzelwerte zwischen Kurssprung und Kurssturz

Während der Gesamtindex kaum vom Fleck kommt, sorgten einzelne Werte für deutliche Ausschläge. Salzgitter legte nach einer Kaufempfehlung der Bank of America um mehr als drei Prozent zu – die US-Bank sieht durch EU-Handelsschutzmaßnahmen erhebliches Aufwärtspotenzial für die Konzernergebnisse 2027. Siemens Energy und Infineon profitierten von der anhaltend guten Stimmung bei KI-Werten, nachdem der US-Konzern Anthropic einen massiven Umsatzsprung gemeldet hatte.

Auf der Verliererseite stand die Vonovia-Aktie, die nach einer „Underperform“-Einstufung durch die französische Investmentbank Exane BNP nachgab. Im Nebenwerte-Segment machte OHB mit einem Kurssprung auf sich aufmerksam: Das Unternehmen soll am Bau von Satelliten für das geplante europäische Netzwerk Iris2 beteiligt werden, nachdem sich das belgische Start-up Aerospacelab gegen Airbus durchgesetzt hatte.

Die Woche bringt kaum noch Unternehmenstermine – aus dem Stoxx-600 berichten nur noch rund 30 Firmen. Richtungsweisend dürften stattdessen die US-Notenbankprotokolle am Mittwoch sowie die Einzelhandelszahlen von Walmart, Home Depot und Target werden. Ob der DAX aus dieser Konsolidierung heraus zu neuen Rekorden ansetzt, dürfte auch davon abhängen, ob endlich wieder mehr Kapital in die Rally fließt.

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