DAX: Rekordhoch bekommt Risse

Steigende Anleiherenditen und ein teurer Ölpreis drücken den DAX unter seine Bestmarke. Charttechnische Unterstützungen sind gefallen, der Aufwärtstrend bleibt aber intakt.

Redaktion Stock-World ·
Ein Börsenhändler blickt nachdenklich auf eine verschwommene Anzeigetafel an der Frankfurter Börse. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • DAX fällt unter Rekordniveau
  • Anleiherenditen auf 15-Jahres-Hoch
  • Ölpreis über 90 Dollar belastet
  • Chartmarken und Analystenurteile bewegen

Nach dem Rekordhoch der vergangenen Woche gerät der DAX ins Stocken. Am Dienstag rutschte der Index im frühen Handel um 0,4 Prozent auf 26.238 Punkte ab und entfernt sich damit weiter von seiner Bestmarke von knapp 26.574 Punkten. Charttechnisch nimmt die Konsolidierung mittlerweile ernstere Züge an.

Öl und Anleiherenditen bremsen die Stimmung

Zwei Faktoren belasten die Anleger derzeit gleichermaßen. Die Rendite zehnjähriger und dreißigjähriger Bundesanleihen kletterte zuletzt auf ein 15-Jahres-Hoch, ein Trend, der sich auch in Frankreich und den USA zeigt. Portfoliomanager sehen darin wachsende Konkurrenz für Aktien, weil höhere Zinsen sowohl Staaten als auch Unternehmen die Refinanzierung verteuern.

Hinzu kommt der Ölpreis. Brent notiert deutlich über 90 US-Dollar je Barrel, nachdem ein Angriff auf ein Schiff in der Straße von Hormus die Hoffnung auf eine Entspannung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran weiter dämpfte.

Steigende Energiepreise schüren zusätzlich Inflationssorgen — ausgerechnet in einer Phase, in der die jüngsten US-Verbraucherpreiszahlen für Juli eine leichte Entspannung des Preisklimas signalisiert hatten und Hoffnungen auf eine ruhigere Zinspolitik der US-Notenbank im September geweckt hatten.

Charttechnik zeigt Bruchstellen

Auf Stundenbasis hat der Index mittlerweile wichtige Unterstützungen verloren. Der DAX rutschte unter seine 20- und 50-Perioden-Durchschnittslinien, ein technischer Doppeltop wurde bei rund 26.665 Punkten bestätigt.

Die Zone zwischen 26.400 und 26.500 Punkten gilt damit als Widerstandsbereich, während die 200-Tage-Linie bei etwa 25.572 Punkten den übergeordneten Aufwärtstrend noch intakt hält.

Auf Einzelwertebene bewegten Analystenurteile stärker als die Indexschwankungen selbst. Exane BNP Paribas stufte Lanxess nach einer Kurszielsenkung auf 12 Euro von „Neutral“ auf „Underperform“ ab, die Aktie verlor daraufhin fast fünf Prozent.

Gegenläufig zeigten sich Sixt und Schott Pharma: Berenberg hob das Kursziel für Sixt auf 91 Euro an, Barclays sah bei Schott Pharma nach drei Jahren sinkender Gewinnprognosen erstmals wieder Aufwärtspotenzial und erhöhte das Kursziel auf 27 Euro. Beide Titel legten im SDax rund 3,4 Prozent zu.

Unternehmensseitig bleibt es nach dem Ende der Berichtssaison ruhig — die Bewegung im DAX wird aktuell fast ausschließlich von Zins- und Ölpreisentwicklung bestimmt. Solange die Rendite am Anleihemarkt steigt und der Ölpreis über der 90-Dollar-Marke verharrt, dürfte der Index Mühe haben, an sein jüngstes Rekordhoch heranzukommen.

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