DAX Rekordhoch in Sichtweite

Der DAX hält sich stabil über 25.000 Punkten und nähert sich dem Allzeithoch. Geopolitische Spannungen bleiben das Hauptrisiko für den deutschen Leitindex.

Redaktion Stock-World ·
Grüner Pfeil zeigt steil nach oben über einem unscharfen Hintergrund eines Börsenparketts, symbolisiert ein Rekordhoch. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • DAX verteidigt 25.000 Punkte
  • Autoaktien erholen sich deutlich
  • Chemiebranche profitiert von Rohstoffpreisen
  • Geopolitische Risiken bleiben bestehen

Der DAX hält sich am Freitagmittag souverän über 25.000 Punkten — und das trotz einer Nachricht, die den Märkten hätte schaden können: Die für die Schweiz geplanten Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran wurden kurzfristig abgesagt. Kein Wunder, dass Anleger zunächst nervös schauten. Die Reaktion fiel jedoch milde aus.

Der Index notierte zuletzt bei rund 25.129 Punkten, ein Plus von 0,4 Prozent. Für die Woche deutet sich ein Zuwachs von etwa zwei Prozent an — nicht zuletzt weil der DAX tags zuvor erstmals seit Anfang Juni wieder die 25.000er-Marke zum Handelsschluss verteidigt hatte. Der große Verfallstag an den Termin- und Derivatebörsen liefert erfahrungsgemäß zusätzliche Schwankungen, bislang aber keine nennenswerten Turbulenzen.

Sektoren: Autos erholt, Chemie im Aufwind

Im Automobilbereich kehrte Ruhe ein. BMW und Mercedes-Benz legten jeweils bis zu 2,1 Prozent zu und holten damit Verluste nach, die eine BMW-Gewinnwarnung in den vergangenen Tagen ausgelöst hatte. Rückenwind kam aus Brüssel: Berichten zufolge bereitet die EU Zölle auf chinesische Plug-In-Hybride vor, was Europas Herstellern relativen Wettbewerbsvorteil verschaffen würde.

Deutlicher Zuwachs auch bei LANXESS mit plus 8 Prozent — das höchste Niveau seit rund vier Wochen. Andere Chemiewerte wie BASF, Evonik und Wacker Chemie folgten. Die Branche hatte seit Mitte März von höheren Rohstoffpreisen infolge des Iran-Konflikts profitiert; zuletzt hatte die geopolitische Entspannung diese Sonderkonjunktur ins Wanken gebracht.

Im Chip-Sektor stach Suss Microtec heraus: Die Aktie sprang rund 10 Prozent auf ein erneutes Rekordhoch. Berenberg erhöhte das Kursziel auf 125 Euro und sieht die anhaltend starke Dynamik des Unternehmens vom Markt noch nicht vollständig eingepreist. Infineon legte 1,1 Prozent zu — auch wegen der Stärke an der Nasdaq.

Geopolitik bleibt das Leitmotiv

Der abgebrochene Schweizer Gesprächstermin zwischen Washington und Teheran illustriert, wie fragil die aktuelle Entspannung im Nahen Osten ist. Dem bereits unterzeichneten Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran wird grundsätzlich positiver Einfluss auf die Energiepreise zugemessen: Brent-Rohöl handelt derzeit bei rund 80 Dollar je Barrel, weit unter den Hochs von über 120 Dollar während der Eskalationsphase. Analysten schließen nicht aus, dass der Preis mittelfristig auf 70 Dollar oder tiefer fällt — ein Umfeld, das gerade der energieintensiven deutschen Exportwirtschaft zugutekäme.

Die Deutsche Bank hat in diesem Kontext ihre Übergewichtung von US- gegenüber europäischen Aktien aufgelöst. Europas Märkte könnten von nachlassendem Dollar-Gegenwind und einem starken Gewinnwachstum im Energiesektor profitieren, so die Einschätzung. Das neue Fed-Führungspersonal unter Kevin Warsh schlug indes einen eher restriktiven Ton an — die Märkte preisen eine Zinserhöhung nun erst im Oktober ein, zuvor wurde März erwartet.

Das verbleibende Hauptrisiko für den DAX bleibt die Geopolitik: Offen sind weiterhin Details zum iranischen Atomprogramm, und Israels Haltung zum Abkommen gilt als potenzieller Störfaktor. Sollten diese Unsicherheiten weiter abnehmen, rückt das bisherige Allzeithoch bei 25.507 Punkten wieder in greifbare Nähe — der Abstand beträgt aktuell weniger als zwei Prozent.

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