DAX: Rekordjagd knapp verfehlt

Der DAX scheitert knapp an neuem Allzeithoch, SAP-Aktie und Übernahmegerüchte stützen. Zinssorgen in den USA lassen nach.

Felix Baarz ·
Blick auf das geschäftige Treiben an der Frankfurter Wertpapierbörse mit fokussierten Händlern vor ihren Bildschirmen. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • DAX verfehlt Rekordmarke knapp
  • SAP-Aktie treibt Markt an
  • Übernahmefantasie beflügelt Softwarewerte
  • US-Inflationsdaten beruhigen Anleger

Nur 30 Punkte fehlten am Freitag zum nächsten Rekord. Der DAX schloss die Woche mit 26.440,31 Punkten und einem Wochenplus von knapp 0,5 Prozent — nachdem er zuvor mehrfach neue Allzeithochs markiert hatte, zuletzt bis auf rund 26.574 Punkte. Seit Jahresbeginn steht damit ein Plus von 7,7 Prozent zu Buche.

Die Rekordjagd der vergangenen Tage lief nicht geradlinig. Am Montag stagnierte der Index nahezu, am Dienstag ging es auf etwa 26.391 Punkte, am Donnerstag folgte ein leichter Rücksetzer auf rund 26.299 Punkte. Am Freitag reichte die Kraft dann nicht mehr für einen neuen Bestwert — Schwäche an der Wall Street bremste am Nachmittag den Schwung. Dow Jones und Nasdaq 100 notierten zum europäischen Handelsschluss im Minus.

SAP und Übernahmefantasie treiben Einzelwerte

Ein zentraler Treiber der jüngsten Rekordserie bleibt SAP. Die Aktie legte am Freitag weitere 2,7 Prozent zu, befeuert von einem Bericht über mögliche Übernahmegespräche des Finanzinvestors Silver Lake beim US-Softwarekonzern Workday.

Die Branchenfantasie strahlte aus: Nemetschek gewann 8,4 Prozent, TeamViewer 5,3 Prozent. Citigroup-Analyst Balajee Tirupati sieht darin ein Signal, dass Anleger ihre Sorgen vor einer KI-getriebenen Verdrängung klassischer Softwarelösungen zurückstellen.

Rüstungswerte legten ebenfalls zu — Hensoldt, Renk und Rheinmetall gewannen bis zu 4 Prozent, im Zuge einer seit Mitte Juli anhaltenden Aufhellung der Branchenstimmung. Norma Group sprang um 8,2 Prozent, gestützt von einem Aktienrückkaufangebot rund 16 Prozent über dem Vortagskurs. Talanx legte nach einem Rekordgewinn im ersten Halbjahr um 3,5 Prozent zu.

Auf der Verliererseite stand Eon mit einem Minus von 4,4 Prozent — der Entwurf der Bundesnetzagentur zur Kapitalverzinsung für Gasnetze ab 2028 fiel schwächer aus als erhofft. HelloFresh fiel auf ein weiteres Rekordtief, Energiekontor brach nach enttäuschenden Halbjahreszahlen und einer nachträglich gesenkten Gewinnprognose um 19 Prozent ein.

Nachlassende Zinssorgen als Rückenwind

Gestützt wurde die Rekordserie zusätzlich von nachlassenden Inflations- und Zinssorgen in den USA. Die Verbraucherpreise stiegen im Juli gegenüber dem Vorjahr um 3,4 Prozent, nach 3,5 Prozent im Juni — die Daten lagen im Rahmen der Erwartungen und machten eine Zinsanhebung der Fed unwahrscheinlicher. Hinzu kamen Signale aus Washington zu einer möglichen Entspannung an der Straße von Hormus, die zuletzt auch die Ölpreise beeinflusst hatten.

Für die kommende Woche bleibt die Ausgangslage günstig: Der DAX steht in Reichweite seines Mittwochsrekords, gestützt von einer insgesamt positiven Grundstimmung für deutsche Aktien. Ob die Übernahmefantasie rund um SAP und Workday weiter trägt, dürfte sich mit neuen Details zu den Gesprächen zeigen.

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