DAX: Rekordmarke zum Greifen nah

Der deutsche Leitindex legte am Mittwoch zu; niedrigere Ölpreise und sinkende Renditen verbesserten die Marktstimmung.

Felix Baarz ·
Die Frankfurter Börse bei hellem Tageslicht, Architekturaufnahme eines historischen Gebäudes. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • DAX steigt am Mittwoch um 2,2 Prozent
  • US-Demokraten gewinnen die Zwischenwahlen deutlich
  • Ölpreis fällt um fast neun Prozent
  • Halbleiterwerte geraten unter Regulierungsdruck

Der Leitindex steht knapp unter seinem Allzeithoch. Vorbörslich taxierte der Broker IG Markets den DAX ein halbes Prozent höher auf 26.561 Punkte. In der Nacht lag die Indikation sogar bei 26.676 Punkten und damit über dem Rekord vom August bei 26.618 Punkten.

Blaue Welle als Treiber

Auslöser ist der klare Sieg der US-Demokraten bei den Zwischenwahlen. Der Dow Jones sprang um gut 3 Prozent, der S&P 500 legte 1,6 Prozent zu. Der DAX zog am Mittwoch um 2,2 Prozent an.

Die Demokraten können Präsident Trumps Politik zwar nicht einfach umkehren, aber empfindlich stören. Marktexperte Stephen Innes verweist auf den bevorstehenden Ablauf der Regierungsfinanzierung: Sie könnten ihn als Druckmittel in der Außen- und Handelspolitik nutzen. Die Deutsche Bank erwartet, dass die Konstellation extreme politische Entwicklungen abbremst.

Dazu kommt der Energiemarkt. Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs drückten den Ölpreis am Mittwoch um fast 9 Prozent, Brent notiert nur noch knapp über 93 Dollar. Sinkende Anleiherenditen und nachlassende Inflationssorgen stützen die Stimmung zusätzlich.

Tech hinkt hinterher

Nicht jeder Sektor feiert mit. In Asien gaben Halbleiterwerte nach, der Nikkei verlor zeitweise rund zwei Prozent. Am Markt wächst die Sorge, ein demokratisch geführter Kongress könnte die KI-Entwicklung und den Bau von Rechenzentren stärker regulieren. Das würde die Nachfrage nach Hochleistungschips dämpfen.

Industrie- und Finanzwerte profitieren dagegen. Die Deutsche Telekom hob ihre Jahresprognose leicht an und plant eine höhere Dividende sowie ein Aktienrückkaufprogramm. Die Commerzbank übertraf mit ihrem Quartalsergebnis die Erwartungen, gab aber wegen eines gesenkten Zinsausblicks nach. DHL verdiente im dritten Quartal mehr und lag leicht über den vorläufigen Zahlen.

Rheinmetall belastet dagegen. Nach der Gewinnwarnung rechnet ein JPMorgan-Experte mit einem Kursrutsch von etwa 10 Prozent. Nachbörslich lag das Minus auf Tradegate zunächst bei knapp 6 Prozent.

Konsolidierung wahrscheinlich

Nach dem steilen Anstieg dürfte der Handel zunächst ruhiger verlaufen. Im Tagesverlauf stehen die US-Arbeitsmarktdaten, die Zinsentscheidung der Bank of England und die deutschen Auftragseingänge an. Eine Verschnaufpause unterhalb oder knapp über der Marke von 26.618 Punkten wäre nach dem Lauf keine Überraschung. Ob daraus ein dauerhafter Ausbruch wird, hängt davon ab, ob Energiepreise und Inflationssorgen tatsächlich niedrig bleiben.

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