DAX: Rekordserie, aber die Luft wird dünner
Der DAX nähert sich seiner Bestmarke, bleibt aber knapp darunter. Rüstungsaktien und der MDax stützen, während die Berichtssaison gemischte Signale liefert.

Kurz zusammengefasst
- DAX knapp unter Rekordhoch
- Rheinmetall und TKMS stark
- RWE-Zahlen ohne Überraschungen
- Vorstandsgehälter im Fokus
Der DAX tastet sich weiter an seine Bestmarke heran, ohne sie am Donnerstagmittag zu knacken. Gegen Mittag notierte der Leitindex rund ein halbes Prozent im Plus bei 26.465 Punkten – gut hundert Zähler fehlten damit noch zum Rekord von 26.573 Punkten, der am Mittwoch kurzzeitig für Gewinnmitnahmen gesorgt hatte. Die Rekordjagd bleibt intakt, verliert aber sichtbar an Tempo.
Getragen wird die Stimmung von einer Kombination aus nachlassenden Zinssorgen und einer Verschnaufpause beim Ölpreis. Die US-Inflationsdaten vom Vortag fielen im Rahmen der Erwartungen aus, was der Notenbank mehr Spielraum geben dürfte, an ihrem Kurs festzuhalten. Marktbeobachter werten das Umfeld als überwiegend konstruktiv – solange von der Zinsseite kein Gegenwind aufkommt, spricht wenig für eine plötzliche Kehrtwende der Käufer.
Rüstung und Berichtssaison prägen das Bild
Auf Einzelwerte-Ebene sticht Rheinmetall als Stütze des Leitindex heraus, getragen von einem insgesamt starken Rüstungssektor. Die eigentliche Dynamik entfaltete sich aber im MDax: Die Aktien von TKMS setzten ihre Rally fort, nachdem das US-Analysehaus Bernstein Research die Titel auf „Outperform“ hochgestuft hatte. Der zugehörige Mutterkonzern thyssenkrupp profitierte davon und konnte zusätzlich mit verbesserten Neunmonatszahlen punkten.
Aus dem DAX selbst kam mit RWE nur ein Berichtssaison-Beitrag ohne große Überraschungen – die finalen Zahlen bestätigten im Wesentlichen die bereits bekannten Eckdaten. Anders im Nebenwertesegment: Bei Vincorion trieb ein optimistischerer Jahresausblick den Kurs zweistellig nach oben, während LANXESS nach einer Verkaufsempfehlung der Berenberg Bank kräftig unter Druck geriet. Die Begründung dort: zu wenig Wachstum bei gleichzeitig hoher Verschuldung.
Vorstandsgehälter im Fokus abseits der Kursbewegung
Neben der Rekordjagd sorgt eine jährliche Auswertung zur Vorstandsvergütung für Gesprächsstoff. Demnach verdienten die Vorstände der 40 DAX-Konzerne 2025 im Schnitt gut 3,9 Millionen Euro – das 42-fache eines durchschnittlichen Beschäftigten. Am größten war das Gehaltsgefälle bei Adidas mit dem 106-fachen, gefolgt von Volkswagen und Fresenius.
Die Zehn-Millionen-Marke wurde in zwei Fällen überschritten: SAP-Chef Christian Klein kam auf rund 10,9 Millionen Euro Gesamtvergütung, Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing auf 10,5 Millionen Euro. Im internationalen Vergleich bleibt das moderat – die CEOs der 30 Dow-Jones-Konzerne verdienten im Schnitt 30,5 Millionen Euro, angeführt von Goldman-Sachs-Chef David Solomon mit umgerechnet 105,3 Millionen Euro.
Für den weiteren Handelsverlauf bleibt der Blick auf die US-Erzeugerpreise gerichtet, die am Nachmittag anstehen. Fallen sie ebenfalls moderat aus, dürfte das den Rückenwind für die Rekordjagd zunächst erhalten.
DAX: Kaufen oder verkaufen?! Neue DAX-Analyse vom 13. August liefert die Antwort:
Die neusten DAX-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für DAX-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
DAX: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...