DAX: Rückfall unter 25.000

Der DAX verliert die Marke von 25.000 Punkten. Nahost-Konflikt und schwache China-Daten belasten, während ASML für Impulse sorgt.

Dieter Jaworski ·
DAX Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Leitindex fällt unter 25.000 Punkte
  • Nahost-Konflikt und China belasten
  • ASML-Zahlen stützen Halbleiterbranche
  • Aufwärtstrend charttechnisch intakt

Vier Handelstage in Folge hatte der DAX über der psychologisch wichtigen 25.000-Punkte-Marke geschlossen. Am Mittwoch ist damit erst einmal Schluss. Der Leitindex startet deutlich schwächer in den Tag und rutscht unter diese Schwelle zurück — ein Etappensieg der Bullen, der binnen Stunden wieder zur Debatte steht.

Zur Eröffnung fiel der Index um 0,7 Prozent auf rund 24.970 Punkte. Im weiteren Vormittagsverlauf weitete sich der Rückgang aus, zeitweise auf über ein Prozent. Am Vortag hatte sich der DAX noch kaum bewegt — Anleger hielten sich vor dem Start der Quartalsberichtssaison bereits zurück.

Nahost und China bremsen, Asien half kurz

Die Verkaufslaune speist sich aus mehreren Quellen. Der Nahost-Konflikt belastet über steigende Energiepreise und gestörte Lieferketten — Brent-Öl verteuerte sich am Morgen um 1,4 Prozent. Aus China kamen ebenfalls keine guten Nachrichten: Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im zweiten Quartal um 4,3 Prozent und blieb damit hinter den erwarteten 4,5 Prozent zurück.

Etwas Rückenwind lieferten dagegen die USA. Besser als erwartete Verbraucherpreise sorgten in Asien für Kauflaune, selbst eine Gewinnwarnung von IBM konnte die dortige Stimmung nicht trüben. Gefragt waren vor allem zyklische Halbleiterwerte wie SK Hynix und Samsung — ein Muster, das sich auch am deutschen Markt zeigt.

Auslöser dafür ist ASML: Der niederländische Chipausrüster legte vor Börsenbeginn starke Zahlen vor und hob sein Umsatzziel für das laufende Jahr an. Die Nachricht strahlt auf die gesamte europäische Halbleiterbranche aus, Infineon zählte zeitweise dennoch zu den schwächeren DAX-Werten des Tages — ein Hinweis darauf, dass der breite Marktdruck sektorale Impulse derzeit überlagert. Unter den Tagesgewinnern rangierten stattdessen Hochtief, Qiagen und Adidas.

Charttechnisch bleibt der Trend intakt

Der übergeordnete Aufwärtstrend ist trotz des Rücksetzers nicht gebrochen. Seit dem Allzeithoch vom 6. Juli bei 25.900,10 Punkten konsolidiert der Index im Bereich seines 20-Tage-Durchschnitts — aus charttechnischer Sicht eine normale Verschnaufpause nach der überkauften Rekordphase Anfang Juli. Die nächste größere Hürde auf dem Weg zurück Richtung Bestmarke liegt bei rund 25.465 Punkten, auf der Unterseite gilt ein Bereich um 24.550 Punkte als erste Auffanglinie.

Den Ausschlag für die weitere Richtung dürfte die anlaufende Berichtssaison geben. Nach dem Auftakt durch ASML rücken in den kommenden Tagen weitere europäische Schwergewichte in den Blick, während US-Erzeugerpreise und die Industrieproduktion der Eurozone im Tagesverlauf zusätzliche Impulse liefern könnten.

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