DAX Schnäppchenjäger gegen Gewinnmitnahmen
Der DAX pendelt nach dem jüngsten Ausverkauf in einer engen Spanne. Schnäppchenjäger und Gewinnmitnahmen halten sich die Waage.

Kurz zusammengefasst
- DAX zeigt kaum Bewegung
- Schnäppchenjäger stützen den Index
- Gewinnmitnahmen bremsen Erholung
- EZB-Sitzung als nächster Impulsgeber
Nach dem Wochenbeginn mit dem tiefsten Stand seit fast drei Wochen zeigt der DAX am Dienstag kaum Bewegung. Der Index pendelt knapp unter der 21-Tage-Linie — einem Niveau, das er erst gestern im Zuge eines globalen Ausverkaufs unterschritten hatte.
Gleichgewicht der Kräfte
Marktanalyst Thomas Altmann von QC Partners bringt die Lage auf den Punkt: Nach unten habe der DAX durch Schnäppchenkäufer eine gewisse Absicherung gefunden. Nach oben setzten jedoch jedes Mal zügig Gewinnmitnahmen ein. Solange sich dieses Muster nicht ändert, fehlt die klare Richtung. Charttechnisch lauten die nächsten Widerstände bei 24.759 Punkten, wo ein offenes Gap schließen würde, und anschließend bei 25.058 Punkten. Nach unten gilt 23.775 Punkte als kritische Unterstützung.
Nahost und Konjunktur als Taktgeber
Die geopolitische Lage bleibt das dominierende Thema. Iran und Israel haben ihre jüngsten Angriffe zwar vorerst eingestellt, beide Seiten drohen jedoch mit eskalierenden Gegenmaßnahmen bei Verstößen. Das belastet die Kauflaune — auch wenn die Märkte die erneute Eskalation vergleichsweise gefasst aufnahmen.
Einen positiven Gegenpol lieferten heute Morgen die deutschen Exportdaten: Die Ausfuhren stiegen im April gegenüber März um 0,9 Prozent — Analysten hatten im Schnitt ein Minus von 0,5 Prozent erwartet. Gegenüber April 2025 legten die Exporte sogar um 3,6 Prozent zu. Der Exportüberschuss belief sich auf 14,5 Milliarden Euro. Einschränkend: Die Ausfuhren in die USA lagen mit 11,4 Milliarden Euro zwar leicht über dem März-Niveau, im Jahresvergleich aber fast 13 Prozent im Minus — ein Fingerzeig auf anhaltende Belastungen durch den Iran-Krieg und seine Folgen für die Energiepreise.
EZB und Fed im Blick
Der Markt schaut bereits über den Tagesrhythmus hinaus. Am Donnerstag tagt die Europäische Zentralbank, in der kommenden Woche folgt die US-Notenbank Fed. Im Vorfeld dürften Makrodaten — heute aus den USA noch ADP-Beschäftigungszahlen und Lagerbestände — stärker marktbewegend wirken als üblich. Das hält den DAX in einer Wartehaltung, technisch betrachtet in einer engen Spanne zwischen rund 24.500 und 24.700 Punkten.
Zum Allzeithoch vom 13. Januar bei 25.507 Punkten fehlen dem deutschen Leitindex aktuell noch gut 900 Punkte. Ob der EZB-Donnerstag hier neuen Schwung bringt oder die Zurückhaltung verlängert, wird der entscheidende Kurskatalysator der Woche sein.
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