DAX: Sekundenschreck vor Wochenschluss
Der DAX beendet eine volatile Woche mit einem Minus von 2,76 Prozent, trotz eines Rekordhochs zu Wochenbeginn und einem kurzen Flash-Crash am Freitag.

Kurz zusammengefasst
- Kurzer Flash-Crash am Freitag
- Wochenverlust von 2,76 Prozent
- Rekordhoch am Montag erreicht
- Geopolitische Spannungen belasten
Eine Stunde vor Handelsschluss reichte es am Freitag noch für einen kurzen Nervenkitzel: Der DAX brach binnen weniger Sekunden um einen halben Prozentpunkt ein, bevor sich der Handel genauso schnell wieder beruhigte. Ausgerechnet in einer Woche, die mit einem Rekordhoch begann, endete der Leitindex mit einem spürbaren Minus.
Flash-Crash mit schnellem Comeback
Betroffen vom kurzzeitigen Einbruch waren vor allem Siemens-Aktien, aber auch Fresenius, Deutsche Post und Volkswagen wurden für einen Moment mit deutlichem Abschlag gehandelt. Genauso plötzlich, wie die Kurse fielen, kamen sie zurück. Am Ende stand zum Xetra-Schluss ein Minus von 0,2 Prozent auf 25.067,09 Punkte.
Auf Wochensicht bleibt trotz der Erholung am Freitag ein Verlust von 2,76 Prozent. Das ist bemerkenswert, wenn man bedenkt, wie die Woche begann.
Vom Rekordhoch in die Konsolidierung
Am Montag hatte der Index noch ein Allzeithoch bei rund 25.900 Punkten markiert. Zur Wochenmitte ging es dann bis auf etwa 24.830 Punkte abwärts, ehe sich der DAX wieder über die 21-Tage-Durchschnittslinie retten konnte — ein Signal, das charttechnisch orientierte Anleger als Stabilisierung werten dürften.
Belastet wurde die Stimmung vor allem durch den weiterhin ungelösten Konflikt zwischen den USA und dem Iran. US-Präsident Donald Trump bekräftigte das Ende der Waffenruhe, ließ aber zugleich die Tür für Gespräche offen. Anleger scheinen sich mit der fragilen Lage zu arrangieren, solange der Gesprächsfaden nicht komplett reißt.
Gewinner und Verlierer der Woche
Unter den Einzelwerten sorgten mehrere Sonderbewegungen für Aufmerksamkeit:
- Salzgitter sprang um 6,4 Prozent auf gut 51 Euro, nachdem JPMorgan das Kursziel von 31,40 auf 65,00 Euro mehr als verdoppelt und die Einstufung um zwei Stufen angehoben hatte.
- Bayer fiel trotz eines milliardenschweren Deals mit dem Finanzinvestor Apollo um mehr als ein Prozent — Apollo steigt als Minderheitsinvestor bei einer neuen Gesellschaft für Langzeit-Verhütungsmittel ein.
- Volkswagen gab knapp ein Prozent nach, nachdem der Aufsichtsrat das Sparpaket von Konzernchef Oliver Blume Berichten zufolge abgelehnt hatte.
- Dürr verlor 2,4 Prozent auf gut 17 Euro, nachdem Berenberg die Kaufempfehlung strich und das Kursziel von 40 auf 21 Euro fast halbierte.
- Deutsche Telekom, Heidelberg Materials und Commerzbank legten gegen den Trend jeweils zwei bis drei Prozent zu, während Siemens Energy, Rheinmetall und Hochtief zu den größten Verlierern zählten.
Die kommende Woche bringt mit dem Start der Berichtssaison neue Impulse für den Index. Ob die 21-Tage-Linie als Unterstützung hält, dürfte sich rasch zeigen — genau wie die Frage, ob sich die Lage zwischen den USA und dem Iran weiter zuspitzt oder beruhigt.
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