DAX Sommerloch trotz Techgewinnen
Der DAX legt leicht zu, bleibt aber in einer engen Spanne gefangen. Technologiewerte und Siemens Energy stützen, während Zinssorgen und Geopolitik belasten.

Kurz zusammengefasst
- DAX notiert knapp im Plus
- Enge Handelsspanne seit zwei Wochen
- Siemens Energy und Infineon legen zu
- EZB-Zinsausblick bleibt unsicher
Der DAX hat den Monatsultimo mit einem freundlichen Start ins Xetra-Geschäft begonnen — angetrieben von starken Vorgaben der US-Technologiebörse Nasdaq. Dahinter steckt jedoch eine bemerkenswert ruhige Kulisse.
Gegen 9:30 Uhr notierte der Leitindex bei rund 24.840 Punkten, knapp ein Prozent im Plus. Seit gut zwei Wochen bewegt er sich in einer engen Spanne zwischen etwa 24.600 und 25.200 Punkten — ohne klaren Trend. Die Landesbank Helaba spricht von einer „trendlosen Verfassung“, Consorsbank-Analyst Jochen Stanzl diagnostiziert schlicht ein Sommerloch: Kursschwankungen nehmen ab, Handelsumsätze sinken unter den Schnitt.
Technologie und Energie vorne
Innerhalb des Index ragten einige Titel heraus. Siemens Energy führte die Gewinnerliste mit einem Plus von rund fünf Prozent an, nachdem sich der Konzern zuversichtlich zur aktuellen Geschäftslage geäußert hatte. Mit dem Nasdaq-Rückenwind zogen auch Halbleiterwerte an: Infineon legte rund 2,5 Prozent zu. Am Ende der Rangliste rangierten Adidas, Deutsche Telekom und SAP.
EZB und Naher Osten als offene Flanken
Was dem Markt die klare Richtung nimmt, ist das schwer einzuschätzende Zinsumfeld. EZB-Ratsmitglied Joachim Nagel ließ am Morgen aufhorchen: Er rechnet damit, dass die Inflation „deutlich über dem Ziel“ bleibt. Den Energiepreisschock aus dem Nahen-Osten-Konflikt hält er für noch nicht ausgestanden — er sei noch „im System“. Ob im September weitere geldpolitische Schritte folgen, lässt Nagel bewusst offen.
Dazu kommt geopolitische Unklarheit. Die Lage in der Straße von Hormus bleibt angespannt, mögliche Gespräche zwischen den USA und Iran könnten kurzfristig für Bewegung sorgen — in welche Richtung, ist offen. Der Ölpreis gab am Morgen leicht nach und notierte bei rund 72,60 Dollar je Barrel für die Nordsee-Sorte Brent.
Auf der Datenseite lieferte der deutsche Einzelhandel eine positive Überraschung: Der reale Umsatz stieg im Mai um 1,1 Prozent gegenüber dem Vormonat — Experten hatten mit Stagnation gerechnet. Heute Nachmittag folgen erste Inflationsschätzungen aus Deutschland, Frankreich und weiteren Euroländern. Diese Zahlen werden zeigen, wie viel Spielraum die EZB nach ihrer jüngsten Zinserhöhung tatsächlich noch hat — und dürften den nächsten Impuls für den Index liefern.
DAX: Kaufen oder verkaufen?! Neue DAX-Analyse vom 30. Juni liefert die Antwort:
Die neusten DAX-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für DAX-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
DAX: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...