DAX: Telekom-Schlusslicht trotz Rally

Der Leitindex gewann 1,13 Prozent, während die Deutsche Telekom 7,9 Prozent einbüßte und Zalando sowie SAP zulegten.

Felix Baarz ·
Blick auf das Frankfurter Börsenparkett bei natürlichem Lichteinfall mit Fokus auf einen leeren Schreibtisch. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • DAX schließt bei 25.087 Punkten
  • Telekom-Aktie verliert 7,9 Prozent
  • Zalando und SAP legen deutlich zu
  • Salzgitter steigt nach UBS-Kaufempfehlung

Der deutsche Leitindex hat sich am Freitag eindrucksvoll zurückgemeldet. Zugleich zeigt der Handelstag, wie ungleich die Gewinne verteilt waren: Während Software- und Stahlwerte glänzten, riss ein einzelner Schwergewichts-Titel eine Lücke.

Öl und Anleihen drehen die Stimmung

Der DAX schloss 1,13 Prozent höher bei 25.087 Punkten und eroberte die Marke von 25.000 zurück. Am Vortag war er direkt zum Handelsstart darunter gerutscht und hatte den tiefsten Stand seit dem 23. Juli erreicht. Auf Wochensicht bleibt ein Minus von 0,6 Prozent.

Den Auslöser lieferte US-Präsident Donald Trump. Er dementierte Berichte über neue US-Angriffe im Iran und sprach von konstruktiven Gesprächen mit Teheran. Der Ölpreis gab daraufhin zunächst nach, die Renditen an den Anleihemärkten sanken. Im späten Geschäft drehte Öl allerdings wieder knapp ins Plus. Brent liegt weiter über 100 Dollar.

Timo Emden von CapTrader warnte, der Sprung über die psychologische Marke dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass unter der Oberfläche erhebliche Unsicherheitsfaktoren glimmen. Er sah vor allem Schnäppchenjäger am Werk.

Telekom bricht ein, SAP und Zalando führen

Größter Verlierer war die Deutsche Telekom mit minus 7,9 Prozent. Elon Musks SpaceX plant in den USA einen groß angelegten Frequenzkauf und könnte damit den Einstieg in den Mobilfunkmarkt vorbereiten. Die US-Tochter T-Mobile US verlor an der Nasdaq mehr als elf Prozent. Auch andere europäische Telekomwerte gaben nach, Vodafone etwa um 4,9 Prozent.

Am anderen Ende der Tabelle standen Zalando mit plus 4,3 Prozent und SAP mit plus 3,7 Prozent. Softwaretitel profitierten von Berichten, wonach der Umsatz des ChatGPT-Entwicklers OpenAI unter den bisherigen Annahmen liegen könnte. Anleger schätzten damit das Risiko einer schnellen Verdrängung klassischer Software durch KI geringer ein. Siemens gewann drei Prozent, Bayer 2,8 Prozent.

BASF gab leicht nach. Marktberichten zufolge soll die aktuelle Offerte für Evonik nicht das letzte Wort sein.

Im MDAX sprang Salzgitter nach einer Kaufempfehlung der UBS um 13,4 Prozent. Die Bank hob das Kursziel auf 71 Euro. Der MDAX legte insgesamt 1,6 Prozent zu.

Die nächste Woche bringt Belastungsproben

Am Dienstag starten die US-Großbanken mit ihren Quartalszahlen in die Berichtssaison. Am Mittwoch folgen die US-Inflationsdaten für September. Die Commerzbank erwartet einen deutlichen Anstieg der Verbraucherpreise, getrieben durch teureres Benzin, und rechnet weiter mit einer Zinserhöhung der Fed im Dezember.

Helaba-Expertin Claudia Windt geht davon aus, dass die Stimmung bis mindestens zu den US-Zwischenwahlen am 3. November angespannt bleibt. Hält die 25.000er-Marke diesen Terminen stand, hätte der Index die erste Probe bestanden.

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