DAX Verfallstag bremst Erholung
Geopolitische Entspannung und Fed-Signale prägen den Handelstag. Der DAX kämpft weiter um die 25.000 Punkte-Marke.

Kurz zusammengefasst
- Iran-Abkommen entlastet Ölpreis
- Fed-Chef signalisiert mögliche Straffung
- Automobil- und Chemiewerte unter Druck
- DAX scheitert erneut an 25.000 Punkten
Ein Iran-Abkommen, ein neuer Fed-Chef und ausgerechnet am großen Verfallstag das alles auf einmal. Der DAX pendelt heute zwischen Hoffnung und Zurückhaltung — die 25.000-Punkte-Marke bleibt hartnäckig umkämpft.
Geopolitik hilft, reicht aber nicht
Das Rahmenabkommen zwischen Washington und Teheran sorgt für spürbare Erleichterung. Die Straße von Hormus soll wieder geöffnet werden, die US-Seeblockade iranischer Häfen fällt. Der Ölpreis reagierte prompt und gab mehr als zwei Prozent nach — ein indirekter Impuls für energieintensive Industrien. Für den DAX selbst reichte die Nachricht aber nicht zum Durchbruch. Der Index sprang zwischenzeitlich auf 25.059 Punkte, rutschte dann wieder ab. Zum dritten Mal in dieser Woche scheiterte er damit knapp an der runden Marke.
Belastet wird der Markt von zwei Sektoren, die zusammen ordentlich Gewicht haben. Automobilwerte leiden weiter unter der jüngsten BMW-Gewinnwarnung: Mercedes-Benz, BMW, Volkswagen und Porsche verloren bis zu vier Prozent. Chemiewerte kamen ebenfalls unter Druck, BASF und Evonik büßten mehr als drei Prozent ein — Letztere kündigte obendrein einen weiteren Stellenabbau an. Auf der Gewinnerseite stehen Halbleiterwerte und Rüstung: Infineon legte rund 3,5 Prozent zu, Siemens Energy und Airbus folgten mit Aufschlägen von bis zu 3,75 bzw. 2,5 Prozent.
Fed-Signal dämpft die Stimmung
Neuer Fed-Chef Kevin Warsh hat in seinem ersten Auftritt keine Zinssenkungen geliefert — stattdessen las der Markt aus seinen Aussagen eher Signale einer künftigen Straffung. Commerzbank-Ökonomen zufolge verschoben sich die Erwartungen für eine mögliche Zinsanhebung auf Oktober 2026. Gegenläufig mahnen UBS-Analysten zur Ruhe: Die Debatte um baldige Zinserhöhungen sei überzogen, eine längere Haltephase wahrscheinlicher.
Warsh hat sich klar zur Preisstabilität bekannt. Das schafft Vertrauen im Anleihebereich — und schwächte zunächst die Risikobereitschaft bei Aktien.
Allzeithoch noch in weiter Ferne
Zum Verfallstag kommt das übliche Optionspingpong rund um zentrale Marken hinzu. Genau bei 25.000 Punkten bündeln sich offenbar erhebliche Positionen, was kurzfristige Auf-und-ab-Bewegungen begünstigt. Das eigentliche Allzeithoch liegt bei 25.507 Punkten vom 13. Januar — gut 500 Punkte entfernt. Der EuroStoxx 50 setzt indes seine Rekordjagd fort und macht den Abstand des DAX zu seiner eigenen Bestmarke noch deutlicher sichtbar.
Am Nachmittag bleibt abzuwarten, ob der DAX zum Handelsschluss die 25.000 noch einmal überwindet oder den Tag erneut knapp darunter beendet.
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