DAX Vier Prozent, und dann?

Der DAX schließt knapp unter 25.000 Punkten, getrieben von Hoffnung auf Entspannung im Nahen Osten. Analysten warnen vor begrenztem Aufwärtspotenzial.

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DAX Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • DAX mit Wochenplus von rund vier Prozent
  • Hoffnung auf Entspannung im Nahen Osten
  • Infineon überwindet 70-Euro-Marke
  • Chemiewerte bremsen den Index

Fast 25.000 Punkte — diese Marke ließ der DAX am Freitag kurz hinter sich aufblitzen, bevor er knapp darunter schloss. Mit einem Wochenplus von rund vier Prozent lieferte der Leitindex eine bemerkenswert starke Performance. Der Antrieb: die Hoffnung, dass sich der Konflikt im Nahen Osten nicht erneut zuspitzt.

Hormus-Faktor als Taktgeber

Konkret nährte eine Meldung aus dem Iran das Vertrauen der Anleger: In den vergangenen 24 Stunden sollen 35 Schiffe die Straße von Hormus passiert haben — ein Signal, dass die für den globalen Energiehandel kritische Route zumindest teilweise offen bleibt. Parallel dazu verlangen US-Präsident Trump und Teheran beim angereicherten Uran noch immer fundamental verschiedene Dinge, weshalb eine echte Einigung aussteht.

Strategen warnen trotzdem vor überschießendem Optimismus. Selbst ein konstruktiver Ausgang des Konflikts könnte den Kursimpuls schnell aufzehren, wenn die Märkte dann die wirtschaftlichen Schäden der Eskalation bilanzieren. Kurzum: Das Aufwärtspotenzial ab 25.000 Punkten erscheint begrenzt.

Infineon und adidas treiben, Chemienwerte bremsen

Innerhalb des Index gab es klare Gewinner: Infineon überwanden erstmals seit dem Jahr 2000 die 70-Euro-Marke — ein Plus von 5,3 Prozent an nur einem Tag, getragen von der anhaltenden Technologierally. adidas legten rund vier Prozent zu, Puma sogar sieben Prozent; als Katalysator gilt die näherrückende Fußball-WM.

Gegenläufig entwickelten sich Chemiewerte wie LANXESS, die gleich von zwei Analystenhäusern abgestuft wurden. Wer die Titel als Kriegsgewinner positioniert hatte, muss nun umdenken.

Was die neue Woche bringt

Den Wochenauftakt dürfte das lange US-Wochenende dämpfen — die amerikanischen Börsen bleiben am Memorial Day geschlossen. Substanzieller Gesprächsstoff kommt voraussichtlich erst zur Wochenmitte, wenn CTS Eventim und Aroundtown Quartalszahlen vorlegen. Den konjunkturellen Hauptakt liefert Freitag: die deutschen Verbraucherpreise für Mai. Ökonomen rechnen damit, dass die Inflation erstmals seit Ende 2023 wieder über drei Prozent steigt — eine direkte Folge der hohen Energiepreise. Wer auf eine zügige EZB-Lockerung setzt, könnte damit eine unliebsame Überraschung erleben.

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