DAX: Volkswagen zieht Leitindex nach oben
Volkswagen gewinnt nach dem Aufsichtsratsbeschluss deutlich, während der DAX über 26.000 Punkten bleibt und US-Arbeitsmarktdaten bevorstehen.

Kurz zusammengefasst
- Volkswagen legt mehr als sechs Prozent zu
- Aufsichtsrat billigt Teile des Zukunftsplans
- Rund 50.000 Stellen sollen entfallen
- Vier Werke bleiben ohne gesicherte Zukunft
Der DAX behauptet sich am Freitagvormittag über der 26.000-Punkte-Marke, gestützt von einem einzelnen Schwergewicht: Volkswagen. Die Vorzugsaktie des Wolfsburger Autobauers schießt nach der überraschenden Einigung im Aufsichtsrat um mehr als sechs Prozent nach oben und führt den Leitindex klar an.
Auf Wochensicht bleibt trotz der Erholung ein Minus von rund 1,9 Prozent stehen — die Nachwirkungen der Korrektur seit dem Rekordhoch der vergangenen Woche sind noch nicht ausgeglichen.
Sanierungsplan überzeugt Analysten
Der Aufsichtsrat billigte am Donnerstagabend nach wochenlangem Streit einstimmig weite Teile des „Zukunftsplans 2030“ von Konzernchef Oliver Blume. Vorgesehen sind der Abbau von rund 50.000 Stellen, eine Halbierung der Modellpalette bis 2035 und eine Straffung des Beteiligungsportfolios um etwa ein Drittel.
Vier Werke — Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm — bleiben wegen einer Produktionsüberkapazität von 500.000 Fahrzeugen in Europa vorerst ohne gesicherte Zukunft, Werksschließungen sind laut Gewerkschaft und Betriebsrat aber nicht beschlossen.
Deutsche Bank Research spricht von einem „grundlegenden Durchbruch“ mit einem besseren Ergebnis als befürchtet. Citigroup wertet den Plan als unerwartet weitreichend abgesegnet, UBS nennt die Einigung „ausdrücklich positiv“ und lobt das Tempo der Umsetzung.
Einigkeit besteht auch darin, dass sich die Skepsis der Anleger nicht über Nacht auflösen wird — Autobranchen-Experte Ferdinand Dudenhöffer bezeichnet den Kompromiss als „Light-Version“, die zumindest die quälenden öffentlichen Diskussionen der vergangenen zwei Jahre beendet.
Ölpreise stützen, Jobbericht sorgt für Nervosität
Neben Volkswagen profitiert der Index von stabilisierten Ölpreisen, die den DAX in den vergangenen Tagen belastet hatten. Anleger hoffen, dass die Eskalation im Nahen Osten zeitlich begrenzt bleibt. Die Erwartungen an eine baldige Leitzinserhöhung der US-Notenbank sind zuletzt deutlich zurückgegangen, was Kapitalmarktzinsen und Aktienmärkten Spielraum verschafft.
Der Blick richtet sich am Nachmittag auf den US-Arbeitsmarktbericht. Schwache Daten würden die Zinssorgen weiter dämpfen und dürften an den Börsen tendenziell gut ankommen, während starke Zahlen die Kapitalmarktzinsen erneut unter Druck setzen könnten.
Zusätzliches Gewicht für die Zinsentscheidung am 16. September dürften kommende Woche anstehende Inflationsdaten bekommen, auf die laut Marktbeobachtern auch zwei Fed-Gouverneure explizit verweisen.
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