DAX: Vorsichtige Erholung nach schwacher Woche

Nach drei schwachen Wochen sucht der DAX Halt. Ölpreise und US-chinesische Gespräche helfen, doch Inflationssorgen bremsen die Erholung.

Felix Baarz ·

Kurz zusammengefasst

  • DAX signalisiert vorbörsliches Plus
  • Brent nähert sich 100-Dollar-Marke
  • 25.172 Punkte bleiben charttechnisch entscheidend
  • Vonovia wegen Enteignungsdebatte im Fokus

Nach drei schwachen Wochen in Folge versucht sich der DAX an einer Stabilisierung. Der X-Dax signalisierte vor Handelsbeginn ein Plus von 0,6 Prozent auf 25.447 Punkte — ein zaghaftes Zeichen der Entspannung, nachdem der Index am Freitag mit einem Tagestief von 25.285 Punkten bis an seine 100-Tage-Durchschnittslinie zurückgefallen war. Vom Rekordhoch bei 26.618 Punkten trennen den deutschen Leitindex mittlerweile mehr als 1.100 Punkte.

Rückenwind kommt von zwei Seiten. Zum einen entspannt sich der Ölmarkt: Brent-Rohöl nähert sich von oben der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar, nachdem die Preise am Freitagnachmittag noch deutlich angezogen und damit Druck auf die Märkte ausgeübt hatten.

Zum anderen sorgen konstruktive Gespräche zwischen US-Finanzminister Scott Bessent und dem chinesischen Vizepremier He Lifeng im Vorfeld des Treffens zwischen Donald Trump und Xi Jinping für eine freundlichere Grundstimmung — Themen sind Handelsbeziehungen, Künstliche Intelligenz und der Zugang zu kritischen Rohstoffen.

Charttechnik bleibt angespannt

Von einer breiten Kaufbereitschaft kann trotzdem keine Rede sein. Das Interesse konzentriert sich weiterhin stark auf Halbleiter- und KI-Werte, während der breite Markt nur zögerlich folgt. Die Sorge vor einem erneuten Inflationsschub, der die Notenbanken zu einem länger restriktiven Kurs zwingen könnte, sitzt tief — hinzu kommt eine fragile Konjunkturlage in vielen Ländern.

Charttechnisch bleibt die Marke von 25.172 Punkten entscheidend. Rutscht der Index darunter, rückt der 200-Tage-Durchschnitt bei 24.831 Punkten in Reichweite, im schwächsten Szenario sogar der Bereich um 24.480 Punkte.

Auf der anderen Seite bräuchte es einen Sprung über 25.800 Punkte, um die Marken von 25.900 und 26.080 Punkten wieder in den Blick zu rücken. Stimmungsindikatoren wie der Fear-&-Greed-Index, der zuletzt bei 29 nahe der Zone „Extreme Fear“ notierte, unterstreichen die Nervosität der Anleger.

Auch politisch bleibt Diskussionsstoff: Die Wahlergebnisse in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin mit Zugewinnen für Rechts- und Linkspopulisten erhöhen den Druck auf die Bundesregierung.

Unter den Einzelwerten steht deshalb Vonovia im Blick, nachdem die Berliner Wahlsiegerin Elif Eralp von den Linken eine Enteignung großer Wohnungskonzerne ins Spiel gebracht hat — Marktbeobachter verweisen jedoch auf hohe rechtliche und politische Hürden für ein solches Vorhaben.

Für die neue Handelswoche zeichnet sich damit zunächst kein neuer Trend ab, sondern ein Abtasten der Widerstands- und Unterstützungszonen zwischen rund 25.350 und 25.600 Punkten. Ob daraus mehr wird, dürfte sich an der Stabilität über der 25.172-Punkte-Marke entscheiden.

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