DAX: Waffenruhe entlastet auf 24.713 Punkte
Der DAX erholt sich dank einer Waffenruhe zwischen USA und Iran. EZB-Chefin Lagarde signalisiert maßvolle Geldpolitik, während VW unter Druck bleibt.

Kurz zusammengefasst
- Waffenruhe entlastet den deutschen Aktienmarkt
- Infineon führt Gewinnerliste mit KI-Nachfrage an
- Volkswagen verliert über drei Prozent
- EZB-Chefin Lagarde bekräftigt datenabhängigen Kurs
Der deutsche Leitindex stabilisiert sich nach einer verlustreichen Vorwoche. Eine vereinbarte Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran entlastet die Märkte spürbar. Anleger blicken nun gespannt auf das diplomatische Treffen in Doha, das eine dauerhafte Beruhigung am Golf bringen soll.
Der Index pendelt aktuell um die Marke von 24.713 Punkten. Damit notiert er etwa 0,15 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt. Seit Beginn des Jahres verzeichnet der DAX ein leichtes Plus von 0,41 Prozent.
Impulse aus Sintra und Doha
Die Entspannung in der Straße von Hormus hilft besonders zinssensitiven Titeln. Parallel dazu äußerte sich EZB-Chefin Christine Lagarde auf dem Notenbank-Forum in Sintra. Die Zentralbank werde nach dem Zinsschritt im Juni weiterhin datenabhängig und maßvoll agieren.
Infineon führt die Gewinnerliste mit einem Zuwachs von rund zwei Prozent an. Die hohe Nachfrage nach Chips für künstliche Intelligenz stützt das Papier. Siemens nähert sich derweil mit einem Kurs von 268,70 Euro seinem Jahreshoch an.
Volkswagen unter Verkaufsdruck
Volkswagen rutscht hingegen um über drei Prozent ab. Die Aktie notiert bei 71,65 Euro. Massive Restrukturierungspläne und das Ende einer Technik-Allianz mit Bosch belasten den Kurs schwer.
Die Automobilbranche zeigt insgesamt Schwäche. BMW und Continental verlieren jeweils rund ein Prozent. Die düsteren Prognosen für die deutsche Industrie drücken auf die Stimmung der Zulieferer.
Konjunkturdaten bremsen Euphorie
Fundamentale Daten mahnen zur Vorsicht. Das Handelsblatt Research Institute senkte die Wachstumsprognose für 2026 auf 0,5 Prozent. Die deutsche Wirtschaft kämpft mit sinkenden Auftragseingängen und einer stagnierenden Erwerbstätigkeit.
Positive Signale kommen aus der Eurozone. Die Wirtschaftsstimmung stieg im Juni überraschend auf 95,0 Punkte. Die Inflation in Deutschland schwächte sich im Mai auf 2,6 Prozent ab.
Technisch bleibt die Unterstützung bei 24.500 Punkten entscheidend. Ein Ausbruch über das Zwischenhoch bei 24.745 Punkten könnte den Weg Richtung 25.000 Punkte ebnen. Am Dienstag liefert das Treffen in Doha die nächsten Impulse für die geopolitische Lage.
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