DAX: Warsh gibt Kurs vor

Der DAX legt nach dem US-Zinsschritt zu. Klare Fed-Kommunikation und sinkende Ölpreise dämpfen die Sorgen um Inflation und Geldpolitik.

Felix Baarz ·
Blick auf das Parkett der Frankfurter Wertpapierbörse mit verschwommenen Händlern bei natürlichem Lichteinfall. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • DAX gewinnt 0,6 Prozent
  • Fed erhöht Leitzins um 25 Basispunkte
  • MDAX und EuroStoxx ebenfalls fester
  • Brent-Preis sinkt nach Pipeline-Hinweisen

Die erste US-Zinserhöhung seit 2023 ist da – und die Börsen atmen auf, statt zu zittern. Der DAX startet am Donnerstag mit einem Plus von 0,6 Prozent auf 25.684 Punkte in den Handel und setzt damit seine Erholung vom Vortag fort. Ausgerechnet die Aussicht auf teureres Geld wirkt wie ein Beruhigungsmittel.

Geschlossenheit schlägt Zinsangst

Der Grund für die gelassene Reaktion liegt weniger im Zinsschritt selbst als in der Art, wie ihn Fed-Chef Kevin Warsh kommuniziert hat. Die Zinserhöhung um 25 Basispunkte war erwartet worden, echte Überraschung blieb aus. Anleger goutieren stattdessen die Geschlossenheit im Fed-Gremium und Warshs Entschlossenheit, die Inflation konsequent zu bekämpfen.

Chefökonom Michael Heise von HQ Trust bringt es auf den Punkt: Die Fed verteidige ihre Glaubwürdigkeit. Er rechnet mit einer weiteren Zinsanhebung im Oktober oder spätestens im Dezember. Genau diese Berechenbarkeit nehmen die Märkte positiv auf – Spekulationen über einen plötzlich weicheren geldpolitischen Kurs sind damit erst einmal vom Tisch.

Rückenwind kommt zudem von der Rohstoffseite. Der Brent-Ölpreis war bereits am Mittwoch deutlich gefallen, nachdem Hinweise aufkamen, eine wichtige saudische Pipeline könnte teilweise wieder anlaufen. Saudi-Arabien kündigte zudem an, Öl verstärkt über den Oman zu exportieren – das nimmt Druck aus dem Rohölmarkt und damit auch aus der Inflationsdebatte, die die Notenbanken derzeit beschäftigt.

MDAX und EuroStoxx ziehen mit

Die Breite der Bewegung spricht für sich. Der MDAX legt am Morgen 0,3 Prozent auf 31.372 Punkte zu, der EuroStoxx 50 gewinnt ebenfalls 0,6 Prozent. Auch an den asiatischen Börsen überwiegt die Erleichterung – mit Ausnahme Chinas schließen die wichtigsten Indizes im Plus.

Ganz abgehakt ist das Thema Zinspolitik damit nicht. Nach der Fed übernehmen Bank of England und Bank of Japan den geldpolitischen Staffelstab: Von der BoE wird zwar heute kein Zinsschritt erwartet, ihre Aussagen zur Inflation dürften aber genau beobachtet werden.

Am Freitag richtet sich der Blick dann nach Japan, wo eine weitere Zinserhöhung im Raum steht. Aus technischer Sicht wird für den DAX im Tagesverlauf eine Spanne zwischen 25.500 und 25.750 Punkten erwartet.

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