DAX: Zähes Ringen um Bestmarke

Der DAX stagniert knapp unter seiner Bestmarke, während Ölpreis und Nahost-Konflikt die Stimmung dämpfen. Analysten bleiben für die kommenden Wochen optimistisch.

Felix Baarz ·
Ein Börsenhändler blickt auf einen Bildschirm mit abstrakten Kursverlaufslinien in einer modernen Finanzumgebung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • DAX verharrt knapp unter Rekordhoch
  • Ölpreis steigt wegen Hormus-Sorgen
  • Qiagen legt nach Kurszielanhebung zu
  • Stabilus rutscht nach Finanzchef-Abgang

Der DAX bleibt seinem Rekordhoch treu — im wahrsten Sinne des Wortes klebt er förmlich daran, ohne den entscheidenden Schritt zu wagen. Zum Wochenstart schloss der Leitindex mit 26.323,88 Punkten nahezu unverändert, ein Plus von 0,02 Prozent reichte nicht, um die Bestmarke von 26.445 Zählern zu knacken. Wer auf einen Ausbruch gewartet hatte, muss sich weiter gedulden.

Impulsarm war der Handelstag treffend beschrieben. Die Berichtssaison zum zweiten Quartal pausierte weitgehend, positive Nachrichten aus den Unternehmen blieben damit aus. Stattdessen dominierte die Gemengelage aus dem Nahen Osten das Geschehen — ohne dass sie den Markt aus der Reserve locken konnte.

Hormus-Sorge bremst, aber schockt nicht

Die Lage um die Straße von Hormus bleibt ungeklärt. Iran knüpft eine Wiederöffnung an Bedingungen, die USA zeigen sich laut jüngsten Äußerungen von Donald Trump eher geduldig als kampfbereit. Der Brentölpreis zog dennoch um rund drei Prozent an, ohne dass Anleger in Verkaufslaune gerieten.

Die Deka-Bank brachte die Stimmung auf den Punkt: Kurzfristig dürfe der Markt durchatmen, langfristig blieben die Aussichten dank Gewinnwachstum und moderater Bewertungen intakt. Das KI-Thema und der Ertragstrend der Unternehmen wögen auf Wochensicht schwerer als der Konflikt im Nahen Osten.

Auf Einzeltitelebene gab es dennoch Bewegung. Qiagen sprang um 5,5 Prozent nach vorne, nachdem die Deutsche Bank das Kursziel von 43 auf 47 Euro anhob und dem Diagnostikspezialisten eine operative Verbesserung im zweiten Quartal bescheinigte. Am anderen Ende der Kursliste verlor Deutsche Telekom 3,2 Prozent — ein Teil der Gewinne aus der Vorwoche schmolz damit wieder ab. Stabilus musste nach dem überraschenden Abgang von Finanzchef Andreas Jaeger einen Kursrutsch von gut 9 Prozent hinnehmen, der schwächste Wert im SDAX.

Woche mit mehr Zahlen, aber weniger Schwung erwartet

Die Zahlenflut zieht in den kommenden Tagen nochmals an, bevor das saisonale Sommerloch an den Börsen greift. Der Euro notierte stabil bei 1,1540 Dollar, Gold hielt seine Gewinne aus der Vorwoche bei 4.347 Dollar je Unze. Der EuroStoxx 50 verpasste mit plus 0,18 Prozent auf 6.535,62 Punkte ebenfalls nur knapp sein Hoch.

Ob der DAX die Marke von 26.445 Punkten in den kommenden Handelstagen überwindet, dürfte auch davon abhängen, wie die US-Inflationsdaten in dieser Woche ausfallen. Bis dahin bleibt der Markt in der von Analysten beschriebenen Konsolidierungsphase knapp unterhalb der Bestmarke.

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