DAX: Zähes Ringen um die 26.000er-Marke

Steigende Ölnotierungen und anstehende Notenbankentscheidungen belasten den DAX, der sich zum Wochenstart nahe 26.000 Punkten bewegt.

Felix Baarz ·
Ein konzentrierter Finanzanalyst vor Monitoren mit Aktienkursverläufen in einem modernen Büro. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • DAX verteidigt wichtige 26.000er-Schwelle
  • Brent nähert sich der 100-Dollar-Marke
  • EZB-Zinsentscheid steht in dieser Woche an
  • UBS hebt Eon-Einstufung an

Ruhiger Wochenstart, angespannte Lage: Der DAX tut sich zum Wochenbeginn schwer, seine jüngste Stabilisierung über 26.000 Punkten zu verteidigen. Ein US-Feiertag nimmt dem Handel die üblichen Impulse aus Übersee — und lässt den Blick auf die eigentlichen Belastungsfaktoren frei.

Ölpreise setzen dem Index zu

Der eigentliche Unruheherd liegt nicht in Frankfurt, sondern am Golf. Die andauernden gegenseitigen Angriffe im Konflikt zwischen den USA und dem Iran treiben die Ölpreise weiter nach oben.

Brent-Rohöl nähert sich der 100-Dollar-Marke, nachdem die Opec+-Staaten am Wochenende signalisiert hatten, ihre Fördermengen im Oktober nicht weiter anzuheben. Goldman Sachs hält in einem Aufwärtsszenario mit einer Ausweitung der Angriffe auf Schifffahrtsrouten sogar 120 Dollar für möglich.

Für den DAX ist das doppelt unangenehm. Der Index hat kaum Technologiewerte in nennenswertem Gewicht, kann also nicht von der Euphorie profitieren, die derzeit asiatische Halbleiter- und KI-Werte beflügelt — der Nikkei legte zuletzt deutlich zu. Stattdessen drückt der teure Ölpreis unmittelbar auf die Stimmung energieintensiver Branchen.

Charttechnisch bewegt sich der Index in einer engen Spanne. Nach dem Rekordversuch bei 26.618 Punkten vor anderthalb Wochen drehte der DAX vor der 21-Tage-Linie wieder ab und pendelt seither um die psychologisch wichtige 26.000er-Schwelle. Als nächste Unterstützungen gelten Marken um 25.620 und 25.507 Punkte, nach oben wären 26.249 und 26.471 Punkte die nächsten Stationen.

Politik und Zinsen als weitere Unsicherheitsfaktoren

Der Wahlausgang in Sachsen-Anhalt mit einem klaren Erfolg der AfD dürfte an den Märkten für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgen, auch wenn unmittelbare Kursreaktionen bislang ausbleiben. Wichtiger für die Richtung der kommenden Wochen sind die Zinsentscheidungen der Notenbanken: Die EZB tagt in dieser Woche, eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent gilt als weitgehend eingepreist. Die US-Notenbank Fed folgt eine Woche später.

Unternehmensseitig hält sich die Nachrichtenlage in Grenzen. Rückversicherer wie Hannover Rück und Munich Re berichteten vom Branchentreffen in Monte Carlo von sinkenden Preisen im Schaden- und Unfallgeschäft, während Analystenhäuser bei Eon und Vonovia ihre Einschätzungen anpassten — UBS stufte Eon hoch, Goldman Sachs strich sein Kaufvotum für Vonovia.

Bis zu den Zinsentscheidungen dürfte sich der Index in seiner engen Bandbreite zwischen etwa 25.850 und 26.100 Punkten bewegen. Ein Ausbruch über 26.485 Punkte würde nach charttechnischer Lesart eine neue Rekordjagd einleiten können, ein Rückfall unter 25.507 Punkte hingegen eine zweite Korrekturwelle bestätigen.

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