DAX: Zahlenreigen vor Rekordtest
Gemischte Bilanzsaison im DAX: Commerzbank und Siemens überzeugen, während Rheinmetall und Carl Zeiss Meditec enttäuschen. Der Index konsolidiert nach Rekordhoch.

Kurz zusammengefasst
- Commerzbank übertrifft Erwartungen deutlich
- Siemens meldet Rekordwerte bei Aufträgen
- Merck hebt Jahresprognose erneut an
- Rheinmetall senkt Umsatzziel für 2026
Acht Unternehmen aus dem deutschen Leitindex legen an diesem Donnerstag ihre Quartalszahlen vor — und die Ergebnisse könnten unterschiedlicher kaum ausfallen. Während der DAX nach seinem jüngsten Rekordhoch eine Verschnaufpause einlegt, zeigt sich in den Einzelwerten ein gespaltenes Bild aus Übertreffern und Enttäuschungen.
Der Index selbst pendelt knapp über der Marke von 26.200 Punkten. Am Vortag hatte er mit 26.403,81 Punkten intraday eine neue Bestmarke erreicht, bevor ihm im weiteren Verlauf die Luft ausging und er leicht im Minus schloss. Marktbeobachter werten die Gewinnmitnahmen nach der starken Rally der vergangenen Wochen als normale Reaktion — eine Konsolidierung gilt manchen sogar als gesund für die überhitzten Kurse.
Bilanzsaison mit klaren Gewinnern
Bei den Einzelwerten liefert die Commerzbank die deutlichste Überraschung: Der Quartalsgewinn kletterte auf 898 Millionen Euro und übertraf damit die Erwartungen der Analysten deutlich. Im Vorjahreszeitraum hatten Kosten für den Stellenabbau den Überschuss noch auf 462 Millionen Euro gedrückt. Das Institut sucht nun das Gespräch mit Großaktionärin Unicredit.
Siemens meldet Rekordwerte bei Auftragseingang und operativem Ergebnis, getragen von der Nachfrage nach KI-Rechenzentren und der Digital-Industries-Sparte. Merck KGaA hebt nach einem starken zweiten Quartal die Jahresprognose bereits zum zweiten Mal an — der Umsatz soll nun zwischen 21,0 und 21,8 Milliarden Euro liegen, im Mai lag die Spanne noch bei 20,4 bis 21,4 Milliarden Euro. Auch die Deutsche Telekom profitiert vom Wachstum ihrer US-Tochter und hebt den Barmittel-Ausblick auf rund 20 Milliarden Euro an.
QIAGEN übertraf bei Umsatz und bereinigtem Gewinn die Erwartungen und bestätigte die Jahresprognose. Rheinmetall dagegen musste das Umsatzziel für das Gesamtjahr auf 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro senken, nachdem zuvor 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro angepeilt waren — die operative Marge soll mit 19,0 Prozent aber stabil bleiben. Carl Zeiss Meditec kämpft weiter mit dem schwachen China-Geschäft, der Gewinn sank spürbar.
Hormus-Hoffnung trifft Chip-Sorgen
Unterstützung erhält die Marktstimmung von Hoffnungen auf eine Entspannung an der Straße von Hormus. Iran und Oman sollen kurz vor einer Einigung auf eine neue Schifffahrtsroute durch die blockierte Meerenge stehen, was die Ölpreise zunächst nicht weiter steigen ließ. Belastend wirken dagegen enttäuschende Zahlen aus dem US-Chipsektor, die auch die asiatischen Börsen unter Druck setzten — der Nikkei gab über ein Prozent nach, der Hang Seng verlor 1,75 Prozent.
Für den DAX bleibt die Gemengelage damit richtungsweisend: Auf der einen Seite stützen robuste Konzernzahlen und geopolitische Entspannungssignale, auf der anderen bremsen schwächere Techwerte und einzelne Prognosesenkungen die Rekordjagd. Ob der Index seine Bestmarke von 26.403 Punkten in den kommenden Tagen erneut anläuft, dürfte auch davon abhängen, wie die restlichen Berichtssaison-Zahlen der kommenden Wochen ausfallen.
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