DAX: Zinsangst beschleunigt Talfahrt

Der DAX verliert deutlich, angetrieben von einer unerwartet harschen Zinspolitik der EZB und geopolitischen Spannungen. Der Index schließt die Woche mit einem Minus von über vier Prozent.

Andreas Sommer ·
DAX Aktie

Kurz zusammengefasst

  • EZB-Projektionen treiben Zinserwartungen nach oben
  • Ölpreisanstieg belastet energieintensive Industrie
  • Index verliert über vier Prozent auf Wochensicht
  • Charttechnische Signale deuten auf Abwärtstrend

Geopolitische Spannungen und eine überraschende Kehrtwende bei den Zinserwartungen setzen dem deutschen Leitindex spürbar zu. Während der Ölpreis aufgrund der Nahost-Krise anzieht, rückt die Europäische Zentralbank unerwartet von ihrem Entspannungskurs ab. Das Resultat ist eine deutliche Flucht aus heimischen Aktien, die durch den großen Verfallstag an den Terminbörsen noch verstärkt wurde.

Der entscheidende Treiber für die schlechte Stimmung lieferte die EZB. Neue Projektionen deuten auf eine hartnäckigere Inflation von 2,6 Prozent im laufenden Jahr hin. Marktbeobachter preisen mittlerweile sogar wieder Zinserhöhungen bis Ende 2026 ein. Das treibt die Renditen zweijähriger Bundesanleihen in die Höhe und macht Aktien im relativen Vergleich unattraktiver. Folgerichtig rutschte der Index zum Wochenschluss auf 22.419,50 Punkte ab. Auf Wochensicht summiert sich der Verlust damit auf empfindliche 4,40 Prozent.

Industrie und Tech als Verlierer

Neben der Zinspolitik sorgten politische Signale aus dem Nahen Osten für Turbulenzen an den Energiemärkten. Ein steigender Ölpreis facht nicht nur die Inflationssorgen weiter an, sondern belastet insbesondere die energieintensive deutsche Industrie. Werte aus dem Industrie- und Technologiesektor gaben überdurchschnittlich stark nach, während sich Finanzwerte im direkten Vergleich robuster zeigten. Erschwerend kam der sogenannte Hexensabbat hinzu. Der dreifache Verfallstag an den Terminmärkten sorgte für hohe Volatilität und ließ einen anfänglichen Erholungsversuch am Freitagmorgen schnell in sich zusammenfallen.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei DAX?

Chartbild trübt sich ein

Aus technischer Sicht senden die Indikatoren mittlerweile klare Warnsignale. Der Leitindex formt seit Wochen sinkende Hochs und Tiefs. Mit einem aktuellen Abstand von -7,28 Prozent zur wichtigen 200-Tage-Linie hat sich der Abwärtstrend fest etabliert. Sämtliche relevanten gleitenden Durchschnitte signalisieren derzeit Verkaufsdruck, was institutionelle Anleger tendenziell an der Seitenlinie verharren lässt.

Mit dem jüngsten Rutsch unter die Marke von 22.608 Punkten hat der Index eine offene Kurslücke geschlossen. Das nächste konkrete Abwärtsziel liegt nun bei 22.072 Punkten. Für eine charttechnische Gegenbewegung bedarf es eines schnellen Vorstoßes über den Widerstand bei 23.191 Punkten. Bis zur nächsten EZB-Sitzung Ende April zwingt die unklare Kombination aus zäher Inflation und schwachen Wachstumsaussichten die Investoren zu einer defensiven Positionierung.

DAX: Kaufen oder verkaufen?! Neue DAX-Analyse vom 21. März liefert die Antwort:

Die neusten DAX-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für DAX-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

DAX: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

DAX Index

22.419,50 PKT

– 420,06 PKT -1,84 %
KGV
Sektor
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung
ISIN: DE0008469008 WKN: 846900

Community Forum zu DAX

Ähnliche Artikel

Hypoport Aktie: Großaktionär zieht Reißleine

· Gold & Edelmetalle

Silber: Liquidationsspirale erzwingt Absturz

· Chemie

K+S Aktie: Bewertungsmaßstäbe aktualisiert

· Anleihen

DAX: Zinsangst beschleunigt Talfahrt

· Turnaround

Münchener Rück Aktie: Wirtschaftsindikatoren beobachtet

Weitere Artikel zu DAX

Alle Artikel anzeigen
· Energie & Öl

DAX: Geopolitik trifft Geldpolitik

· Kolumnen

Hoffnung auf Entspannung?

· Europa-Märkte

DAX: Stabilisierung nach Kriegsschock

· Energie & Öl

DAX: Iran-Schock belastet weiter

· Europa-Märkte

DAX: Dritter Verlusttag in Folge