DAX: Zinsdaten und Bankbilanzen

Der DAX schließt die Woche trotz geopolitischer Turbulenzen nahe seinem Ausgangsniveau. Neue US-Inflationsdaten und Bankenbilanzen bestimmen die kommende Richtung.

Redaktion Stock-World ·
Abstrakte Darstellung von Finanzdaten, Zinskurven und Bankbilanzen vor einem verschwommenen Hintergrund einer Handelsbörse. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • DAX mit Wochenverlust von 2,5 Prozent
  • US-Inflationsdaten als entscheidender Faktor
  • Bankenbilanzen aus den USA erwartet
  • Einzelwerte wie Salzgitter und Dürr im Fokus

Ein Rekordhoch am Montag, ein Rückschlag von über tausend Punkten wenige Tage später — und am Ende steht trotzdem fast wieder das Ausgangsniveau. Der DAX hat eine Woche hinter sich, die zeigt, wie nervös der Markt auf geopolitische Nachrichten reagiert. Zum Wochenschluss notierte der Leitindex bei rund 25.111 Punkten, was einem Wochenverlust von etwa zweieinhalb Prozent entspricht.

Auslöser war die erneute Eskalation zwischen den USA und dem Iran, die den Index von seinem Allzeithoch bei 25.900 Punkten bis auf 24.830 Zähler drückte. Zuletzt fing sich der DAX aber wieder und kletterte über seine 21-Tage-Linie zurück — ein Signal, dass der kurzfristige Aufwärtstrend intakt bleibt. Der Ölpreis, Gradmesser für die Inflationssorgen der Anleger, reagierte bislang nur moderat auf die Spannungen, obwohl Donald Trump die brüchige Waffenruhe mit dem Iran zuletzt infrage gestellt hatte.

Inflationsdaten als Nadelöhr

Die kommende Woche dürfte zeigen, ob die Erholung trägt. US-Verbraucherpreise am Dienstag und Erzeugerpreise am Mittwoch gelten als Belastungsprobe, weil im DAX bereits viel Zinshoffnung eingepreist ist. Ein Vermögensverwalter brachte es mit einem Bild auf den Punkt: Je höher der Turm, desto empfindlicher reagiere er auf Wind — und der DAX sei gerade ein hoher Turm. Fallen die Preisdaten höher aus als erwartet, wackelt die Aussicht auf ein günstigeres Zinsumfeld, auf der ein Großteil der Rally der vergangenen Jahre basiert.

Hinzu kommt die US-Bankenbilanzsaison, die am Dienstag mit JPMorgan, Goldman Sachs, Citigroup, Bank of America und Wells Fargo beginnt. Mittwoch folgen Morgan Stanley, Bank of New York Mellon und PNC Financial Services. Ein Marktbeobachter formulierte es so: Liefern die Finanzhäuser überzeugende Zahlen, dürfte kaum etwas den DAX von seinem Kurs Richtung neuem Rekordhoch abhalten.

Einzelwerte prägen den Handel

Hierzulande sorgten am Freitag vor allem Konzernnachrichten für Bewegung. Salzgitter sprang an der MDax-Spitze um 8 Prozent, nachdem JPMorgan die Einstufung von „Underweight“ auf „Overweight“ drehte und das Kursziel von 31,40 auf 65,00 Euro mehr als verdoppelte. Dürr dagegen fiel auf ein Sechs-Jahres-Tief, Berenberg strich die Kaufempfehlung und halbierte das Kursziel von 40 auf 21 Euro nahezu.

Bayer verlor trotz eines milliardenschweren Kapitaldeals mit der Beteiligungsgesellschaft Apollo, der dem Konzern zusätzliches Eigenkapital verschafft. Bei Volkswagen belastete ein Bericht, wonach der Aufsichtsrat das Sparpaket von Vorstandschef Oliver Blume abgelehnt habe. Auf der Gewinnerseite standen Deutsche Telekom, Fresenius und Heidelberg Materials, getrieben von Spekulationen über einen Großaktionärswechsel bei Vodafone und neue Übernahmefantasie im Gesundheitssektor.

In der neuen Woche richtet sich der Blick zusätzlich auf deutsche Unternehmen: Gerresheimer legt am Dienstag Quartalszahlen vor, Mercedes-Benz und Schaeffler informieren an diesem Tag Analysten im Vorfeld ihrer Berichte. Bereits am Montag steht mit Smag Mobile Antenna Masts der fünfte klassische Börsengang des Jahres in Deutschland an.

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