DAX: Zittern vor US-Preisdaten
Der DAX verharrt nahe seinem Rekordhoch, während die US-Inflationszahlen mit Spannung erwartet werden. Einzelwerte zeigen dank Berichtssaison deutliche Bewegungen.

Kurz zusammengefasst
- DAX wartet auf US-Inflationsdaten
- Hannover Rück bestätigt Gewinnziel
- Eon bestätigt Jahresziele trotz Rückgang
- TUI verliert nach enttäuschenden Zahlen
Der DAX pausiert nahe seinem Rekordhoch von 26.504 Punkten – und die Nervosität ist spürbar. Nach dem gestrigen Allzeithoch fehlt heute der entscheidende Impuls, denn der Blick der Anleger richtet sich auf die US-Inflationsdaten am Nachmittag. Die Frage, ob die Fed ihr Inflationsziel weiter verfehlt, könnte die Zinsangst zurück ins Parkett holen.
Die Ausgangslage bleibt fragil: Auf Jahressicht lagen die US-Verbraucherpreise zuletzt bei 3,5 Prozent, deutlich über der Zwei-Prozent-Marke der Notenbank. In Deutschland fielen die Preisdaten mit 2,9 Prozent im Jahresvergleich und 0,9 Prozent zum Vormonat dagegen erwartungsgemäß aus. Hinzu kommen steigende Ölpreise, die als Belastungsfaktor für Konsum und Preisentwicklung in Europa wirken – befeuert von anhaltenden Spannungen im Iran-Konflikt, wo eine Entspannung an der Straße von Hormus derzeit nicht in Sicht ist.
Berichtssaison sorgt für Bewegung unter den Einzelwerten
Während der Index selbst kaum vom Fleck kommt, sorgt die Quartalssaison für Differenzierung. Hannover Rück hält trotz eines Preisrückgangs von 4,5 Prozent im Rückversicherungsgeschäft an seinem Gewinnziel von mindestens 2,7 Milliarden Euro fest – die Aktie legte im Tradegate-Handel um 0,8 Prozent zu. Das Neugeschäft wuchs um mehr als 12 Prozent, auch wenn der Quartalsgewinn wegen höherer Schadenlast um rund 17 Prozent auf 695 Millionen Euro zurückging.
Bei Eon bremsen witterungsbedingt verzögerte Investitionen das Ergebniswachstum – die Aktie gab vorbörslich leicht nach, das Management bestätigte aber die Jahresziele. Brenntag legte moderat zu, TUI verlor dagegen 2,3 Prozent, nachdem der Reisekonzern die Erwartungen verfehlte. Im MDAX sorgten TKMS, K+S und Jenoptik mit Kurssprüngen zwischen 2,3 und 5,4 Prozent für die auffälligsten Bewegungen des Morgens.
Charttechnisch bewegt sich der DAX in einer engen Spanne zwischen 26.250 und 26.500 Punkten. Sein Jahresplus von gut 8 Prozent bleibt intakt, solange die US-Inflationsdaten am Nachmittag keine böse Überraschung liefern.
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