DAX: Zurück über 25.000
Der DAX erholt sich leicht von den Vortagesverlusten und notiert wieder über der 25.000er-Marke. Geopolitische Spannungen und Zinsunsicherheit belasten jedoch weiterhin die Stimmung.

Kurz zusammengefasst
- DAX erholt sich um 0,5 Prozent
- Iran-Konflikt belastet weiterhin
- Fed-Protokoll zeigt tiefe Spaltung
- Infineon und Schott Pharma legen zu
Nach zwei Handelstagen mit deutlichen Verlusten wagt sich der DAX am Donnerstag wieder über die Marke von 25.000 Punkten. Der Sprung fällt allerdings bescheiden aus: Rund 0,5 Prozent Plus bedeuten nur einen kleinen Teil dessen, was der Index seit seinem Rekordhoch am Montag bei 25.900 Punkten verloren hat. Mehr als 1.000 Zähler waren bis Mittwoch abgeschmolzen — Ausdruck einer Nervosität, die sich derzeit an mehreren Fronten gleichzeitig entlädt.
Iran-Konflikt bleibt Belastungsfaktor
Die USA griffen in der Nacht erneut Ziele im Iran an, nachdem US-Präsident Donald Trump den bestehenden Waffenstillstand zuvor für beendet erklärt hatte. Am Vortag ruderte er mit seinen Aussagen wieder etwas zurück und sprach davon, keine vollständige Wiederaufnahme des Krieges zu planen. Die Ölpreise, die seit Montag um rund zehn Prozent gestiegen waren, gaben von ihren Tageshochs bereits wieder etwas nach — Brent notierte am Morgen knapp unter 78 US-Dollar je Fass.
Marktbeobachter werten die Reaktion vom Vortag auch als Korrektur einer zuvor zu sorglosen Risikoeinschätzung: Neue Gefahren seien nicht hinzugekommen, lediglich die ohnehin bestehenden wieder realistischer bepreist worden. Hinzu kommt geldpolitische Unsicherheit — das jüngste Fed-Protokoll offenbarte eine tiefe Spaltung im Gremium über den weiteren Zinskurs, während gleichzeitig Sorgen vor einer sogenannten KI-Inflation durch steigende Chip- und Speicherpreise die Runde machen.
Einzelwerte trotzen dem schwierigen Umfeld
Während der Gesamtmarkt nur zaghaft zulegt, sorgen einzelne Unternehmensmeldungen für kräftige Ausschläge. Infineon setzte sich mit einem Plus von drei Prozent an die Dax-Spitze, gestützt von einer Stabilisierung bei asiatischen Halbleiterwerten. Im breiteren Markt dominierten jedoch andere Geschichten:
- Schott Pharma sprang um rund 15 bis 16 Prozent, nachdem der Pharmazulieferer nach einem starken Quartal seine Jahresprognosen für Umsatz und Profitabilität anhob — die kanadische Bank RBC stufte die Aktie danach auf „Outperform“ hoch.
- Siltronic gewann etwa neun bis zehn Prozent, nachdem Exane BNP Paribas das Kursziel auf 108 Euro anhob und die Einstufung auf „Outperform“ verbesserte.
- Nordex legte gut drei Prozent zu, gestützt von deutlich mehr Bestellungen im zweiten Quartal.
- Deutz kletterte knapp vier Prozent — der Motorenhersteller treibt seinen Umbau Richtung Verteidigungsindustrie voran und übernimmt die Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft für rund 1,6 Milliarden Euro.
Der MDAX der mittelgroßen Werte zog mit knapp einem Prozent sogar etwas stärker an als der Leitindex.
Die Gemengelage aus geopolitischem Risiko, Zinsdebatte und vereinzelten Unternehmenserfolgen dürfte den Markt auch in den kommenden Tagen in Atem halten. Am Nachmittag richtet sich der Blick auf die wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie mehrere Auftritte einzelner Notenbanker — beides Termine, die kurzfristig für neue Impulse sorgen können.
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