DAX: Zwischen Überverkauft und Hoffnung
Überverkaufte Indikatoren und niedrige Umsätze belasten den DAX, während US-Signale einen freundlichen Wochenauftakt begünstigen könnten.

Kurz zusammengefasst
- DAX-Indikatoren bleiben im überverkauften Bereich
- Niedrige Umsätze signalisieren fehlendes Marktvertrauen
- Brent-Öl überwindet zuletzt eine Widerstandszone
- Russland lockert Diesel-Exportverbot teilweise
Der Wochenstart könnte dem DAX eine Atempause bringen. Die technische Lage ist angeschlagen, die Stimmung zögerlich, doch einige Signale sprechen für eine Stabilisierung. Wer auf die Jahresendrallye gesetzt hat, muss sich vorerst gedulden.
Technisches Bild: Überverkauft, aber im Abwärtstrend
Die Indikatoren verharren beharrlich im überverkauften Bereich. Kaufsignale blieben zuletzt regelmäßig ungenutzt. Der Index fiel unter eine Unterstützungszone und lief die nächste wichtige Marke an. Diese hielt zunächst.
Neue Kaufsignale der Indikatoren verlieren allerdings vor dem Hintergrund des laufenden Abwärtstrends an Wirkung. Auch die weiterhin niedrigen Handelsumsätze zeigen, dass die Breite der Marktteilnehmer noch kein Vertrauen gefasst hat. Wer nicht verkauft, kauft deshalb noch lange nicht.
Für den Wochenauftakt stehen die Chancen dennoch gut. Der positive Wochenschluss in den USA und die saisonal günstige Phase sprechen für einen freundlichen Start. Der Dow Jones hat eine Unterstützungszone kurz unterschritten und schnell zurückerobert. Der dortige Abwärtstrend seit Anfang August scheint damit vor dem Ende zu stehen.
Öl und Diesel als Störfaktor
Von der Rohstoffseite kommt zusätzliche Unruhe. Die Notierung für Brent-Öl bewegt sich seit dem Sommer aufwärts, zuletzt wurde eine Widerstandszone überschritten. Das Hoch von Mitte September rückt damit wieder in Reichweite.
Dazu kommt die Vereinbarung von US-Präsident Trump mit Kremlchef Putin über rasche russische Diesellieferungen. Russland hob sein Exportverbot für Diesel teilweise auf, zunächst für 500.000 Tonnen.
Die Bundesregierung hält an den Sanktionen fest, die EU und die Ukraine kritisieren den Schritt scharf. Branchenvertreter und Ökonomen erwarten keine nennenswerten Folgen für Weltmarktpreise und deutsche Tankstellen. Für die Börse bleibt der Deal damit eher politisches Rauschen als Preistreiber.
Was die Charttechnik jetzt verlangt
Ein Selbstläufer wird die Erholung nicht. Gelingt dem DAX am Montag ein stabiler Start und halten die zuletzt verteidigten Marken, dürfte sich die technische Lage verbessern. Rutscht er dagegen erneut unter die Unterstützungszone, bleibt der Abwärtstrend intakt und die Jahresendrallye vertagt sich weiter.
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