DAX: Zwischen Zöllen und Charttechnik

Der DAX bewegt sich seitwärts, belastet durch US-Zölle und Nahost-Konflikt. Charttechnisch bleibt die Marke von 25.049 Punkten entscheidend.

Redaktion Stock-World ·
Abstrakte Darstellung von Finanzdaten und Diagrammen, die technische Analyse und globale Handelsfaktoren symbolisieren. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • DAX startet mit leichtem Plus
  • US-Zölle auf kanadische Güter
  • EZB-Zinsentscheidung am Donnerstag
  • Bafin prüft Jungheinrich-Abschluss

Der DAX tritt am Dienstag auf der Stelle – und das hat gute Gründe. Zwischen einem ungelösten Konflikt in Nahost, neuen US-Zöllen gegen Kanada und einer Berichtssaison, die noch keine klaren Signale liefert, fehlt dem Index derzeit der Impuls für eine klare Richtung.

Zum Handelsstart legte der DAX 0,3 Prozent auf 24.922,10 Punkte zu, nachdem der X-DAX als Frühindikator bereits ein moderates Plus angezeigt hatte. Der DAX-Future notierte im Verlauf leicht schwächer bei 24.941 Punkten – bei weiterhin unterdurchschnittlichem Handelsvolumen in der Sommerpause. Nach zwei Verlustwochen in Folge hatte sich der Index zum Wochenstart stabilisiert und zuletzt eine Handelsspanne zwischen 24.700 und 25.100 Punkten etabliert.

Nahost und Zölle als Belastungsfaktoren

Die Militärschläge der USA im Iran dauern nun schon zehn Nächte an, während Vermittler parallel um eine neue Waffenruhe ringen. Diese Gemengelage aus Angriffen und Friedensbemühungen lässt sich kaum verlässlich einschätzen – entsprechend zurückhaltend bleiben viele Marktteilnehmer.

Zusätzlichen Gesprächsstoff liefert US-Präsident Donald Trump: Er hat einen Zoll von 50 Prozent auf bestimmte kanadische Güter wie Wein, Hockeyschläger und Zement verhängt. Betroffen sind kanadische Exporte im Wert von rund 20 Milliarden Dollar, ausgenommen bleiben Energie, Kali und Fisch. Die neuen Abgaben sollen 30 Tage nach der Unterzeichnung greifen.

Charttechnik: 25.049 Punkte als nächste Hürde

Nach dem Allzeithoch vom 6. Juli bei 25.900,10 Punkten hatte die überkaufte Marktlage eine Korrektur ausgelöst. Der Index rutschte unter seine gleitenden Durchschnitte der letzten 20 und 50 Handelstage, während der langfristige Trend über dem GD 200 intakt bleibt. Seit dem 23. März hat der DAX mehrfach steigende Verlaufstiefs ausgebildet – ein Muster, das für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends sprechen könnte.

Gelingt der Ausbruch über das Tageshoch vom 16. Juli bei 25.049 Punkten, wäre der Weg zum Tagestief vom 7. Juli bei 25.465 Punkten frei. Fällt der Index dagegen unter die Unterstützung bei 24.038 Punkten, verliert das positive Szenario seine Basis.

Auf Einzelwertebene sorgt die Finanzaufsichtsbehörde Bafin für Bewegung: Sie prüft den Halbjahresabschluss von Jungheinrich wegen möglicher Verstöße gegen Rechnungslegungsvorschriften – die Aktie gab vorbörslich rund 4,6 Prozent nach. Bei Zalando bemängelte die Bafin fehlende Angaben zur About-You-Übernahme im Geschäftsbericht, ein Bußgeld blieb aber aus. Redcare Pharmacy legte dagegen zu, nachdem Warburg Research das Margenpotenzial der Online-Apotheke als unterschätzt einstufte.

Am Donnerstag steht die Zinsentscheidung der EZB an. Ökonomen rechnen mit einer Pause – entscheidend dürfte sein, ob Notenbankchefin Christine Lagarde ihre Erwartung steigender Zinsen im September bekräftigt oder sich bewusst Spielraum offenhält.

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