DeFi Technologies Aktie: 156 Millionen Dollar Reserven gegen Delisting
DeFi Technologies kämpft mit Reverse Split gegen das Delisting an. Trotz operativer Erfolge und hoher Liquidität bleibt der Aktienkurs schwach.

Kurz zusammengefasst
- Abstimmung über Reverse Split am 29. Juni
- Kursverfall von über 35 Prozent seit Jahresbeginn
- Operativ starkes Quartal mit Gewinn von fünf Millionen Dollar
- Strategischer Fokus auf institutionelle Investoren
DeFi Technologies steht vor der wichtigsten Woche seiner jüngeren Geschichte. Am 29. Juni stimmen die Aktionäre über einen Reverse Split ab. Das Ziel: die Nasdaq-Notierung retten. Die Aktie notiert aktuell bei 0,48 Euro.
Kampf um die Notierung
Im Frühjahr schlug die US-Börse Nasdaq Alarm. Der Kurs war zuvor zu lange unter die Marke von einem Dollar gefallen. Das Management hat nun bis Anfang September Zeit für eine Lösung.
Bis zur Frist muss der Kurs zehn Tage in Folge über dieser Schwelle schließen. Aus eigener Kraft scheint das kaum machbar. Seit Jahresbeginn verlor das Papier 35,61 Prozent an Wert. Ein Reverse Split soll den Kurs nun künstlich anheben.
Starke Zahlen, schwacher Kurs
Operativ läuft es paradoxerweise gut. Im ersten Quartal erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 11,2 Millionen US-Dollar. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von knapp fünf Millionen Dollar.
Die Kassen sind prall gefüllt. DeFi Technologies verfügt über liquide Mittel und Krypto-Reserven im Wert von rund 156 Millionen Dollar. Die Vermögensverwaltungstochter Valour betreut mittlerweile über 550 Millionen Dollar.
Fokus auf Großinvestoren
Bisher stammte das Kapital fast komplett von europäischen Privatanlegern. Das Management steuert nun um und sucht gezielt institutionelles Geld. Eine Partnerschaft mit dem Finanznetzwerk OMFIF soll dabei helfen.
Parallel dazu baut die Tochter Valour eine Plattform für institutionelle Fonds auf. Dafür nutzt sie eine Mehrheitsbeteiligung am Schweizer Vermögensverwalter Neuronomics. Analysten sehen in diesem Wandel großes Potenzial.
Skepsis am Markt
Die Investmentbanken B. Riley und Benchmark raten weiterhin zum Kauf. Sie senkten allerdings ihre Kursziele auf 0,90 und 2,00 Dollar. Viele Marktteilnehmer bleiben extrem skeptisch.
Die Leerverkaufspositionen sind im Jahresvergleich massiv gestiegen. Shortseller wetten gegen eine rechtzeitige Erholung. Um gegenzusteuern, hat das Unternehmen den früheren CEO Russell Starr als strategischen Berater zurückgeholt. Er soll Investoren überzeugen.
Am 29. Juni fällt die erste Vorentscheidung. Stimmen die Aktionäre auf der virtuellen Hauptversammlung für den Reverse Split, verschwindet das akute Delisting-Risiko. Lehnt die Mehrheit den Plan ab, muss das Management eine Fristverlängerung beantragen. Auch dieser Weg erfordert letztlich eine Aktienkonsolidierung.
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