DeFi Technologies Aktie: 86,86 Prozent Jahresverlust trotz Rekordgewinn
DeFi Technologies meldet Rekordnettogewinn von 62,7 Mio. USD, während der Aktienkurs auf ein Jahrestief fällt. Ein laufendes Aktienrückkaufprogramm soll den Kurs stützen.

Kurz zusammengefasst
- Nettogewinn von 62,7 Millionen Dollar
- Aktienkurs auf Jahrestief gefallen
- Laufendes Aktienrückkaufprogramm als Stütze
- Technische Indikatoren zeigen Überverkauf an
Ein Unternehmen schreibt schwarze Zahlen wie nie zuvor. Der Aktienkurs fällt trotzdem auf ein Jahrestief. Bei DeFi Technologies klaffen Bilanz und Börse gerade so weit auseinander wie selten zuvor.
Am Freitag schloss die Aktie bei 0,3424 Euro, nur noch 0,47 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 0,3408 Euro. Binnen zwölf Monaten hat das Papier 86,86 Prozent seines Werts verloren. Wer diese Zahl zum ersten Mal liest, könnte an eine Gewinnwarnung denken, an ein geplatztes Projekt oder einen Bilanzskandal.
Nichts davon ist passiert.
Die Zahlen sprechen eine andere Sprache als der Kurs
DeFi Technologies hat für das Geschäftsjahr 2025 vorläufige Zahlen vorgelegt, die nach einer Erfolgsgeschichte klingen. Der Nettogewinn liegt bei 62,7 Millionen US-Dollar. Im Vorjahr stand hier noch ein Verlust. Der Umsatz kletterte auf 99,1 Millionen US-Dollar, getragen vom Wachstum der Valour-ETP-Plattform und dem Ausbau institutioneller Dienstleistungen.
Parallel dazu hat das Management eine Bitcoin-Treasury-Strategie aufgebaut. Die Kryptowährung dient dem Unternehmen mittlerweile als primäre Reserve. Es ist genau die Wette, die viele als nächsten großen Trend für Digital-Asset-Firmen gehandelt haben: aus einer Krypto-Handelsplattform ein Unternehmen mit Bitcoin-Bilanz zu machen, das von jedem Kursanstieg der Leitwährung doppelt profitiert.
Der Markt honoriert das bisher nicht. Die Aktie liegt seit Jahresbeginn 47,24 Prozent im Minus. Diese Diskrepanz wirkt wie ein Fallbeispiel für eine ganze Kategorie von Krypto-Aktien zweiter Reihe, die aktuell unter einem breiteren Liquiditätsabzug leiden – unabhängig davon, wie gut die operativen Zahlen aussehen.
Was der Chart sagt – und was er verschweigt
Technisch betrachtet ist die Lage eindeutig überverkauft. Der RSI steht bei 25,1 Punkten, deutlich unter der Schwelle von 30, ab der Marktbeobachter üblicherweise von erschöpftem Verkaufsdruck sprechen. Gleichzeitig notiert die Aktie 54,56 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Der Abwärtstrend bleibt also intakt, auch wenn die kurzfristige Erschöpfung der Verkäufer für eine technische Gegenbewegung sprechen könnte.
Genau hier setzt der eigentliche Test der kommenden Woche an: Reicht ein überverkaufter Indikator, um einen fast neunmonatigen Abwärtstrend zu stoppen? Oder ist das 52-Wochen-Tief nur eine Zwischenstation auf dem Weg zu neuen Niveaus?
Der Rückkauf als letzte Verteidigungslinie
Ein Faktor könnte den Ausschlag geben, den viele Anleger übersehen: das laufende Aktienrückkaufprogramm des Unternehmens. Das sogenannte Normal Course Issuer Bid erlaubt DeFi Technologies, bis zu zehn Prozent der frei handelbaren Aktien zurückzukaufen und einzuziehen. Es läuft noch bis zum 26. August 2026.
Das Management hat wiederholt betont, der aktuelle Kurs spiegle den Wert des Geschäfts nicht wider. Sollte das Unternehmen sein Rückkaufprogramm in den kommenden Wochen intensiv nutzen, könnte genau das die nötige Reibung erzeugen, um einen Bruch unter die Marke von 0,3408 Euro zu verhindern. Ohne diesen Kauf-Puffer stünde der Tiefpunkt deutlich stärker unter Druck.
Die annualisierte Volatilität der letzten 30 Handelstage liegt bei 53,06 Prozent – ein Wert, der zeigt, wie nervös der Handel in diesem Papier aktuell verläuft. Ein neuer Kurstreiber ist vorerst nicht in Sicht. Der nächste reguläre Finanzbericht wird erst für Mitte August erwartet.
Bis dahin bleibt die Situation, was sie schon jetzt ist: ein Unternehmen mit Rekordgewinn, dessen Aktie an einem Rekordtief kratzt. Ob der Rückkauf als Boden hält oder der Abwärtstrend der vergangenen zwölf Monate am Ende stärker ist als jede Bilanzzahl, entscheidet sich in den kommenden Handelstagen.
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