Delivery Hero Aktie: Bieterkampf nimmt Fahrt auf
Uber und DoorDash liefern sich einen Wettstreit um Delivery Hero. Großaktionäre pochen auf einen Kaufpreis von über 40 Euro je Aktie.

Kurz zusammengefasst
- Uber erhöht Angebot auf 38 Euro
- DoorDash als zweiter Bieter im Rennen
- Großaktionäre fordern über 40 Euro
- Korea-Geschäft Baemin vor Verkauf
Elf Gewinntage in Folge, ein Kursanstieg von 89 Prozent in gut zwei Wochen — und der Höhepunkt ist möglicherweise noch nicht erreicht. Delivery Hero erlebt gerade eine der bemerkenswertesten Rallys unter deutschen Börsenkonzernen.
Der Auslöser: Uber hat offiziell ein indikatives Übernahmeangebot von 33 Euro je Aktie auf den Tisch gelegt. Dieser Preis stieß bei wichtigen Aktionären auf wenig Gegenliebe — und das aus gutem Grund. Der Markt handelt die Aktie bereits deutlich darüber, und laut Berichten erwägt Uber nun ein Angebot von 38 Euro. Auch das könnte nicht genug sein: Mehrere Großaktionäre fordern über 40 Euro.
Ein Bieter genügt nicht
Was die Lage besonders interessant macht, ist das Auftauchen eines zweiten Interessenten. DoorDash, Ubers US-amerikanischer Rivale, hat offenbar Gespräche über Delivery Heros Mittleres-Osten-Geschäft geführt — und eine vollständige Übernahme nicht ausgeschlossen. Die Kombination aus zwei potenziellen Bietern lässt Spekulationen über einen echten Bieterwettbewerb aufkommen.
Uber hat sich bereits strategisch positioniert. Der Konzern hat seinen Anteil von rund 7 Prozent auf etwa 19,5 Prozent fast verdreifacht. Morgan Stanley soll bei diesem Aufbau über Derivate geholfen haben und hält indirekt rund 30 Prozent der Anteile. Das schränkt den Spielraum für Gegenbewegungen ein — erschwert aber auch eine Einigung.
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Wer hat das letzte Wort?
Die entscheidenden Akteure sind bekannt. Prosus hält rund 16,8 Prozent, nachdem der niederländische Investor seinen Anteil im Zuge des Just-Eat-Takeaway-Kaufs reduziert hatte. Aktivist Aspex Management kommt auf rund 14 Prozent und hat bereits öffentlich Asset-Verkäufe gefordert. Beide Blöcke wollen offensichtlich das Maximum — und werden kaum unter 40 Euro einlenken.
Barclays-Analyst Andrew Ross sieht den vertretbaren Wert der Aktie deutlich oberhalb dieser Marke. Jefferies-Analyst Giles Thorne weist zugleich auf eine „Myriade wettbewerbsrechtlicher Probleme“ hin: Uber und Delivery Hero überschneiden sich in 17 Märkten, was Kartellbehörden auf den Plan rufen dürfte.
Neben dem Übernahmethema läuft parallel eine strategische Portfolio-Prüfung. Der mögliche Verkauf des Korea-Geschäfts Baemin steht dabei im Raum und könnte unabhängig vom Übernahmeausgang Wert freisetzen. Wie die Gemengelage ausgeht — Übernahme, Aufspaltung oder Teilverkäufe — hängt letztlich davon ab, ob Uber bereit ist, den Preis deutlich über 38 Euro zu treiben oder ob DoorDash ernsthaft ins Rennen einsteigt.
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