Delivery Hero Aktie: Gründerschmiede mit Strahlkraft
Eine Dealroom-Auswertung beziffert den Wert der Alumni-Startups auf 7,5 Milliarden Euro; Delivery Hero meldet zudem die aktuelle Stimmrechtszahl.

Kurz zusammengefasst
- 150 Alumni-Startups mit 7,5 Milliarden Euro Wert
- Risikokapital von 4,4 Milliarden Euro eingesammelt
- Foodora-Alumni gründeten 49 Unternehmen
- 309.639.110 Stimmrechte zum 6. Oktober 2026
Delivery Hero will nicht nur Essen ausliefern, sondern sich als Talentschmiede Europas positionieren. Eine heute veröffentlichte Analyse der Datenplattform Dealroom.co sieht das Berliner Unternehmen an der Spitze der europäischen Gründerschmieden. Für das operative Geschäft ist das zweitrangig, für das Image des MDAX-Konzerns dennoch ein Signal.
150 Startups, 7,5 Milliarden Euro
Aus dem Alumni-Netzwerk von Delivery Hero und seinen europäischen Marken sind demnach 150 Startups hervorgegangen. Ihr gemeinsamer Unternehmenswert beträgt 7,5 Milliarden Euro, viermal so viel wie 2020. Zusammen beschäftigen sie rund 11.000 Menschen. Keine andere Gründerschmiede Europas bringt laut der Analyse mehr Gründungen hervor oder sammelt mehr Risikokapital ein, nämlich 4,4 Milliarden Euro.
Deutschland steht im Zentrum. Auf Startups mit Sitz in Berlin entfallen 4,9 Milliarden Euro des Gesamtwerts, rund 3.700 der neuen Stellen entstanden hierzulande.
Bei den Marken ragt foodora heraus: Aus dessen Alumni-Kreis stammen 49 Startups mit einem Wert von 2,3 Milliarden Euro. Ehemalige Glovo-Mitarbeiter gründeten 35 weitere Unternehmen, die zusammen auf 461 Millionen Euro kommen.
Zweite Generation und Venture Capital
Der Effekt verstärkt sich selbst. Von Alumni gegründete Firmen wie Gorillas, Kaia Health und Zenjob sind inzwischen selbst Gründerschmieden. Aus ihnen gingen etwa 80 weitere Startups hervor.
Mehr als 30 frühere Mitarbeiter wechselten zudem in die Venture-Capital-Branche. Sie gründeten über 35 Investmentgesellschaften oder stiegen dort als Partner ein. Diese Gesellschaften sammelten seit 2020 insgesamt 7,3 Milliarden Euro für neue Fonds ein. Seit 2017 verzeichneten Alumni-Startups im Schnitt zwei Exits pro Jahr.
Zu beachten ist die Methodik. Die Auswertung berücksichtigt auch Gründer, die ihre Marke vor der Übernahme durch Delivery Hero verlassen hatten. Sie unterscheidet sich damit von der Berichtsreihe „Founder Factories“ von Accel und Dealroom, die nur Alumni der jeweiligen Marke zählt.
CEO Niklas Östberg nutzt die Studie für einen politischen Appell: Europa müsse die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, damit die nächste Gründergeneration hier skalieren könne.
Kapitalstruktur unverändert
Parallel meldete Delivery Hero die aktuelle Gesamtzahl der Stimmrechte nach § 41 WpHG. Sie liegt zum 6. Oktober 2026 bei 309.639.110, Mehrstimmrechte gibt es keine. Als Anlass nennt die Mitteilung eine sonstige Kapitalmaßnahme, Details dazu liefert sie nicht.
Für die Kursentwicklung dürfte die Studie kaum Impulse liefern. Sie zeigt aber, dass Delivery Hero abseits von Quartalszahlen und Führungsfragen versucht, die eigene Rolle im europäischen Tech-Ökosystem zu schärfen.
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