Delivery Hero Aktie: Markt zweifelt am Vollzug

Der Aktienkurs von Delivery Hero bleibt deutlich unter dem Uber-Angebot von 41,50 Euro, was auf Skepsis der Anleger hinsichtlich des Kartellverfahrens hindeutet.

Redaktion Stock-World ·
Eine unscharfe Liefertasche im Vordergrund mit einer fernen, unsicheren Stadtkulisse unter einem stimmungsvollen Himmel, die Marktzweifel und Unsicherheit vermittelt. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Aktie notiert bei 38,25 Euro
  • Uber bietet 41,50 Euro je Anteil
  • Kartellprüfung als größtes Risiko
  • Abschluss erst 2027 erwartet

41,50 Euro bietet Uber für jede Delivery-Hero-Aktie. Gehandelt wird das Papier trotzdem deutlich darunter — ein Signal, das Börsianer selten ignorieren. Die Lücke zeigt: Der Markt traut dem Deal noch nicht vollständig über den Weg.

Am Nachmittag notierte die Aktie bei 38,25 Euro, ein Plus von 0,2 Prozent. Das liegt spürbar unter dem Angebotspreis — ein Hinweis darauf, dass Investoren mit Verzögerungen durch die Kartellprüfung rechnen. Der Vollzug der Übernahme wird erst für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet, vorausgesetzt Aktionäre sowie Wettbewerbs- und Finanzaufsichtsbehörden geben grünes Licht.

Vom Zwanzig-Euro-Papier zum Übernahmekandidaten

Die Entwicklung der vergangenen Monate liest sich wie ein Lehrstück in Sachen Übernahmefantasie. Mitte April kostete die Aktie noch weniger als 20 Euro. Als bekannt wurde, dass Uber seinen Anteil aufgestockt hatte, zog der Kurs kräftig an. Im Mai kursierte noch ein Preis von 33 Euro je Aktie — mit dem jetzigen Gebot von 41,50 Euro greift Uber deutlich tiefer in die Tasche als ursprünglich geplant.

Uber hält bereits knapp 25 Prozent an Delivery Hero, hinzu kommen Finanzinstrumente über weitere zwölf Prozent. Großaktionär Prosus hat zugesagt, seinen Anteil von rund 17 Prozent anzudienen — eine Verpflichtung, die aus dem eigenen Kauf von Just Eat Takeaway resultiert. Jefferies-Analyst Giles Thorne sieht kaum Chancen auf einen Gegenbieter und beließ sein Kursziel bei 42,50 Euro. Deutsche Bank Research verdoppelte ihr Kursziel auf 40 Euro, stuft die Aktie aber weiter nur mit „Hold“ ein — die Bewertung erscheine im Vergleich zur schneller wachsenden US-Konkurrenz bereits angemessen. MWB Research und die LBBW hoben ihre Kursziele von 33 auf 41,50 Euro an und raten zur Annahme des Angebots.

Kartellrechtliche Vorsorge und Sorge um Arbeitsplätze

Um wettbewerbsrechtliche Hürden zu umgehen, trennt sich Delivery Hero parallel von Geschäften in 14 Ländern, darunter Spanien, Österreich, Polen und die Türkei. Käufer ist die New Yorker Beteiligungsgesellschaft SSW Partners, die dafür 1,4 Milliarden Euro zahlt — vorausgesetzt, die Uber-Übernahme kommt zustande. Uber verpflichtet sich zudem, den Berliner Hauptsitz zu erhalten und bis mindestens 2029 keine Änderungen an der Belegschaft vorzunehmen, begleitet von einer milliardenschweren Investitionszusage für Deutschland über die kommenden fünf Jahre.

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger bleibt trotzdem skeptisch. Sprecher Michael Kunert rechnet mit Umstrukturierungen und dem Verlust der Eigenständigkeit für Delivery Hero — langfristig dürfte der Wirtschaftsstandort Berlin an Bedeutung verlieren.

Für Aktionäre bleibt die entscheidende Marke das Gebot von 41,50 Euro. Solange die Aktie darunter notiert, preist der Markt weiterhin ein Restrisiko ein — sei es durch die Kartellprüfung oder durch die lange Zeitspanne bis zum geplanten Abschluss 2027.

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Delivery Hero Aktie

37,36 EUR

– 0,23 EUR -0,61 %
KGV —
KUV 0,75
Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung 11,35 Mrd. EUR
Ø Kursziel 38,62 EUR
ISIN: DE000A2E4K43 WKN: A2E4K4

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