Delivery Hero Aktie: Östberg bleibt am Ruder?
Der Vorstandschef bleibt bis über März 2027 hinaus; sein Vertrag läuft bis April 2029, während Ubers Übernahmeangebot noch läuft.
Kurz zusammengefasst
- Östberg bleibt länger an der Unternehmensspitze
- Dienstvertrag reicht bis Ende April 2029
- Uber bietet 41,50 Euro je Aktie
- Annahmefrist endet am 5. November 2026
Die Weichenstellungen an der Unternehmensspitze von Delivery Hero stehen ganz im Zeichen des milliardenschweren Kaufangebots. Am Donnerstag gab der Konzern bekannt, dass Vorstandsvorsitzender Niklas Östberg über den 31. März 2027 hinaus im Amt bleibt. Damit kippte das Unternehmen die noch im Mai gefassten Nachfolgepläne, nach denen Östberg im Frühjahr 2027 hätte ausscheiden sollen.
Als Grund für die Kehrtwende nannte eine Pflichtmitteilung die grundlegend veränderte Situation, die durch das laufende Übernahmeangebot entstanden ist.
Vertragslaufzeit bis ins Jahr 2029
Mit dem Schritt setzt das Unternehmen auf personelle Kontinuität in einer entscheidenden Phase. Wie Delivery Hero mitteilte, läuft der bestehende Dienstvertrag des Vorstandsvorsitzenden noch bis zum 30. April 2029. Laut Reuters war der geplante Führungswechsel im Mai beschlossen worden, als die künftige Eigentümerstruktur des Konzerns noch eine andere Perspektive aufwies. Die nun vollzogene Festlegung bindet Östberg langfristig an das Unternehmen, während der Bieterprozess voranschreitet.
Hintergrund der veränderten Lage ist die geplante Übernahme durch Uber. Der Fahrdienst- und Lieferkonzern bietet den Aktionären 41,50 Euro je Anteilsschein. Vorstand und Aufsichtsrat von Delivery Hero hatten den Anteilseignern die Annahme der Offerte empfohlen.
Zudem hat sich der Großaktionär Prosus unwiderruflich dazu verpflichtet, seine Beteiligung von 17 Prozent anzudienen. Für die Aktionäre läuft die Annahmefrist für das Angebot noch bis zum 5. November 2026.
Verschiebungen im Aktionärskreis und Kursbild
Während die Übernahme näher rückt, verändern auch institutionelle Investoren ihre Positionen. Medienberichten zufolge reduzierte die Bank of America am 10. September ihre gemeldete Stimmrechtsbeteiligung an Delivery Hero auf 4,89 Prozent nach zuvor 5,13 Prozent. Dieser Anteil setzte sich aus 2,48 Prozent über Aktien sowie 2,41 Prozent über Finanzinstrumente zusammen.
Am Aktienmarkt spiegeln die Notierungen die Situation wider. Am Freitag ging das Papier bei 36,25 Euro aus dem Handel. Damit notiert der Titel rund zehn Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 40,49 Euro, das Mitte Juli erreicht worden war.
Gleichzeitig liegt die Notierung weiterhin unter dem von Uber offerierten Barpreis von 41,50 Euro. Für Anleger bleibt der Fortgang des Bieterverfahrens bis zum Fristende im November der zentrale Taktgeber, während die Führungsebene unter Östberg nun klare Verhältnisse für die Übergangszeit geschaffen hat.
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