Delivery Hero Aktie: Uber plant Übernahme
Uber sondiert Verkäufe für Delivery-Hero-Übernahme. Prosus stärkt Position, Taiwan-Deal bringt 600 Mio. Dollar.

Kurz zusammengefasst
- Uber plant wohl komplette Übernahme
- Prosus erhält verlängerte Verkaufsfrist
- Taiwan-Verkauf für 600 Millionen Dollar
- Aktie trotz Tagesminus im Aufwärtstrend
Uber plant offenbar den großen Wurf bei Delivery Hero. Der US-Konzern bereitet hinter den Kulissen den Boden für eine komplette Übernahme des Berliner Lieferdienstes vor.
Strategische Vorbereitungen für den Milliarden-Deal
Uber sondiert bereits den Markt für potenzielle Teilverkäufe in Lateinamerika, Asien und Europa. Das Ziel ist der frühzeitige Abbau regulatorischer Hürden. Durch den gezielten Verkauf überschneidender Geschäftsbereiche will der Fahrdienst-Vermittler die kartellrechtliche Freigabe für eine Fusion erleichtern.
Parallel dazu meldete Delivery Hero neue Stimmrechtszahlen. Die Gesamtzahl beläuft sich nun auf exakt 303.796.856 Rechte. Marktteilnehmer werten solche Pflichtmitteilungen oft als Vorboten für größere Kapitalmaßnahmen oder Veränderungen in der Aktionärsstruktur.
Eine Schlüsselrolle nimmt dabei der Großaktionär Prosus ein. Dank einer EU-Ausnahmegenehmigung muss der Investor seine Anteile vorerst nicht zwangsweise verkaufen. Diese verlängerte Frist stärkt die Verhandlungsposition von Prosus gegenüber Uber deutlich.
Schuldenabbau und neue Konkurrenz
Indes treibt Delivery Hero den eigenen Konzernumbau voran. Der Verkauf des Taiwan-Geschäfts an den Konkurrenten Grab soll rund 600 Millionen US-Dollar einbringen. Das Management plant den Abschluss der Transaktion für das zweite Halbjahr 2026.
Hinzu kommt neuer Wettbewerbsdruck im Kernmarkt Saudi-Arabien. Das Startup Ninja zeigt Berichten zufolge Interesse an der Tochtergesellschaft HungerStation. Als weitere Option zur Wertsteigerung steht ein Teil-Börsengang der profitablen Marke Talabat in Dubai im Raum.
Technische Einordnung des Kursverlaufs
An der Börse herrschte zum Wochenausklang dennoch leichte Skepsis. Die Aktie verlor am Freitag 2,20 Prozent und schloss bei 37,32 Euro. Trotz dieses Rücksetzers summiert sich das Plus seit Jahresbeginn auf beachtliche 63,40 Prozent.
Das Papier notiert damit weiterhin deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 22,76 Euro. Der Relative-Stärke-Index signalisiert mit einem Wert von 64,5 jedoch, dass die Aktie nach der jüngsten Rallye anfällig für Gewinnmitnahmen bleibt.
Sollte die Unterstützung bei 35 Euro halten, bleibt ein Angriff auf die Marke von 40 Euro das wahrscheinliche Szenario. Marktteilnehmer achten in der kommenden Woche auf offizielle Reaktionen des Managements zu den Uber-Sondierungen.
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