Dell Aktie: KI-Server reißen Prognose mit
Dell übertrifft mit KI-Server-Umsatz alle Erwartungen und hebt die Jahresprognose deutlich an. Der Aktienkurs steigt nachbörslich massiv.

Kurz zusammengefasst
- KI-Server-Umsatz explodiert um 757 Prozent
- Jahresprognose deutlich nach oben korrigiert
- Gewinn je Aktie übertrifft Analystenschätzung
- Nachbörslicher Kurssprung von 39 Prozent
Ein Quartalsbericht, der Analysten alt aussehen lässt. Dell hat gestern nach Börsenschluss Zahlen veröffentlicht, die selbst optimistische Erwartungen deutlich übertrafen — und den Kurs im nachbörslichen Handel um 39 Prozent nach oben katapultierten.
Zahlen, die für sich sprechen
Der Umsatz mit KI-Servern stieg im ersten Geschäftsquartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 757 Prozent auf 16,1 Milliarden Dollar. Die Infrastruktursparte ISG legte insgesamt um 181 Prozent zu — ebenfalls ein Rekordwert. Parallel dazu wuchs das PC-Geschäft um 17 Prozent auf 14,6 Milliarden Dollar. Der Reingewinn verdreifachte sich mehr als: Plus 256 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar. Beim Umsatz pro Aktie übertraf Dell mit 4,86 Dollar die Analystenerwartung von 2,94 Dollar deutlich.
Der Gesamtumsatz des Quartals belief sich auf 43,84 Milliarden Dollar — gegenüber der Konsensschätzung von 35,43 Milliarden Dollar ein ungewöhnlich großer Ausreißer nach oben.
Ausblick hebt die Messlatte erheblich an
Noch entscheidender für den Kurssprung war, was Dell für das Gesamtjahr in Aussicht stellt. Das Unternehmen erhöhte die Jahresumsatzprognose auf 165 bis 169 Milliarden Dollar — bisher lagen die Erwartungen zwischen 138 und 142 Milliarden Dollar. Der KI-Server-Umsatz soll im Geschäftsjahr 2027 rund 60 Milliarden Dollar erreichen, nach zuvor angestrebten 50 Milliarden Dollar.
Beim bereinigten Gewinn je Aktie peilt Dell nun eine Mitte von 17,90 Dollar an, fünf Dollar mehr als die frühere Guidance. Zum Vergleich: Analysten hatten vor den Zahlen im Schnitt gerade einmal 13,14 Dollar erwartet.
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Hintergrund dieser Dynamik ist die ausufernde Nachfrage nach KI-Infrastruktur. US-Technologieriesen wie Alphabet und Amazon wollen allein in diesem Jahr zusammen mehr als 700 Milliarden Dollar in KI-Rechenzentren investieren — und Dell zählt zu den direkten Ausrüstern dieser Kapazitätsexpansion. Hinzu kommt ein Auftrag des US-Verteidigungsministeriums für eine Dell-Einheit mit einem Volumen von 9,7 Milliarden Dollar über fünf Jahre.
Dass Dell trotz Speicherchip-Engpässen liefern kann, wertet das Unternehmen selbst als Stärke seiner Lieferkettensteuerung. COO Jeff Clarke räumte offen ein, dass Preiserhöhungen im aktuellen Inflationsumfeld täglich nötig sind — und kündigte an, daran werde sich so schnell nichts ändern.
Bewertung bleibt relativ bescheiden
Nach dem nachbörslichen Sprung liegt der Kurs bei rund 441 Dollar. Seit Jahresbeginn hat die Aktie damit etwa 150 Prozent zugelegt — der S&P 500 kommt im gleichen Zeitraum auf rund 10,5 Prozent. Der Börsenwert liegt auf Basis des regulären Schlusskurses bei etwa 206 Milliarden Dollar. Das klingt groß, ist aber im Vergleich zu Microsoft oder Alphabet, die beide im Billionen-Dollar-Bereich notieren, noch deutlich niedrigerer. Ob der Markt die neue Prognose vollständig einpreist, zeigt sich, wenn die Aktie heute im regulären Handel eröffnet.
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