Demire Aktie: Vorstand hebt Jahresziel an
Demire hebt nach starkem ersten Halbjahr die Jahresprognose an. Trotz sinkender Mieterträge durch Verkäufe übertrifft der Gewerbeimmobilienkonzern die Erwartungen.

Kurz zusammengefasst
- Jahresprognose nach oben korrigiert
- Mieterträge sinken durch Portfolioverkäufe
- Operatives Ergebnis übertrifft Erwartungen
- Leerstandsquote steigt auf 21,5 Prozent
Demire schrumpft sein Portfolio weiter – und wird dabei ausgerechnet profitabler als geplant. Der Vorstand des Gewerbeimmobilienspezialisten hat die Prognose für 2026 nach oben korrigiert, nur wenige Wochen nach den Halbjahreszahlen.
Die Mieterträge sanken im ersten Halbjahr um 17,1 Prozent auf 23,0 Millionen Euro – Folge der fortgesetzten Objektverkäufe, etwa in Flensburg und Bonn. Das operative Ergebnis (FFO I) fiel von 5,0 auf 2,0 Millionen Euro. Beide Werte liegen dennoch über den eigenen Erwartungen, weshalb Demire die Jahresziele anhebt: Für 2026 rechnet der Vorstand nun mit Mieterträgen zwischen 42,5 und 44,5 Millionen Euro sowie einem FFO I zwischen 0,5 und 2,5 Millionen Euro – jeweils oberhalb der bisherigen Spannen.
Bilanzielle Bremsspuren trotz operativer Erholung
Nicht alle Kennzahlen zeigen nach oben. Der Nettoinventarwert je Aktie sank von 1,59 auf 1,40 Euro, belastet durch den gesunkenen Portfoliowert von 688,3 auf 670,8 Millionen Euro. Die EPRA-Leerstandsquote kletterte von 16,4 auf 21,5 Prozent, während gleichzeitig die durchschnittliche Restlaufzeit der Mietverträge auf 5,0 Jahre stieg – ein Hinweis darauf, dass Demire bei Neuvermietungen offenbar auf Vertragsqualität statt auf schnelle Flächenauslastung setzt.
Positiv fällt die Finanzierungsseite ins Gewicht. Die durchschnittlichen Fremdkapitalkosten sanken leicht auf 4,74 Prozent, CFO Tim Brückner verwies auf frühzeitige Refinanzierungsmaßnahmen. Der Nettoverschuldungsgrad liegt mit 42,4 Prozent nur moderat über dem Jahresendwert 2025. Die liquiden Mittel schrumpften parallel auf 44,4 Millionen Euro, was angesichts laufender Immobilienverkäufe als vorübergehend gelten dürfte.
CEO Dirk Rüffel sprach von einer konsequenten Umsetzung der Portfoliotransformation „auch in einem anspruchsvollen Marktumfeld“ und kündigte für das zweite Halbjahr einen klaren Fokus auf Vermietungsleistung und operative Stabilisierung an.
Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2025 hatte Demire noch 53,5 Millionen Euro Mieterträge und 10,1 Millionen Euro FFO I erzielt – beide Werte werden 2026 wegen der fortgesetzten Verkäufe deutlich unterschritten. Die angehobene Prognose ändert daran nichts, sie markiert lediglich einen positiveren Verlauf innerhalb der bereits erwarteten Schrumpfung. Am Nachmittag lädt der Vorstand zur Telefonkonferenz, in der Details zur zweiten Jahreshälfte erwartet werden.
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