Mini Future Optionsschein auf FTSE MIB [BNP Paribas Emissions- und Handelsges.]


WKN: PF6SA4 ISIN: DE000PF6SA46
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05.05.21 BNP Paribas-Zertifikate auf MIB-Index: Grün is.


 
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Paris (www.zertifikatecheck.de) - Die Analysten der BNP Paribas stellen in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate" ein Mini Long-Zertifikat (ISIN DE000PF6SA46 / WKN PF6SA4 ) und ein Mini Short-Zertifikat (ISIN DE000PF6ZFL5 / WKN PF6ZFL ) auf den italienischen Leitindex FTSE MIB (ISIN IT0003465736 / WKN 145814 ) vor.


Den Kopf in die Hände gestützt, den Blick gesenkt, Mundschutz, graue Haare - ein Bild wie ein Omen, das um die Welt gegangen sei, aufgenommen am 18. Februar 2021, wenige Tage nach der Ernennung Mario Draghis zum neuen italienischen Ministerpräsidenten. Draghi allein im römischen Parlament. Denke er nach? Verzweifle er? Allein gelassen von seinen Parlamentariern? Alles möglich, denkbar.

Italien stehe mit dem neuen Ministerpräsidenten nicht zum ersten Mal am Scheideweg. Doch vielleicht zum ersten Mal seit vielen Jahren vor einer wirklichen Entscheidung - mit einer realen Chance auf Besserung. Mit Draghi stehe ein erfahrener Finanz- und Europapolitiker an der Spitze der römischen Regierung - kein Idealist, gar Fundamentalist, sondern einfach nur lösungsorientiert, ein Pragmatiker durch und durch. Das sei für Italien keine Selbstverständlichkeit, in einem Land, in dem bislang nicht selten Medienunternehmer und TV-Entertainer den Ton angegeben hätten.

Allein ein Blick auf die Staatsverschuldung zeige, Italien sei am Ende seiner Kräfte. Da gehe nichts mehr. Mit knapp 150 Prozent des BIPs sei Italien mehr als doppelt so hoch verschuldet wie Deutschland. Und da mache Corona nur den Gipfel des Berges aus. Keiner wisse, wie die Schulden jemals zurückgezahlt werden sollten, wohl auch nicht Mario Draghi. Aber er wisse zumindest um das Problem, seine Vorgänger seien da nicht immer ganz so sachkundig gewesen. Dabei habe sich an der Diagnose in den zurückliegenden Jahren kaum etwas geändert. Italiens Dilemma sei quasi chronisch. Schon vor über zehn Jahren habe eine Analystin einer deutschen Privatbank geschrieben, die ihren Namen nicht habe nennen wollen: "Ganz schlimm sind in Italien die fehlenden Investitionen in Forschung und Entwicklung. Früher hatte Italien noch Nischen mit Hightech- Produkten im Verteidigungssektor und Automobilsektor. Das ist alles nicht mehr vorhanden."

Das führe auch dazu, dass junge Leute abwandern würden. Mehr und mehr Italiener würden ihre Heimat verlassen, nach Deutschland oder in die USA gehen. "Seit zwei Jahren wandern mehr Menschen aus, als kommen", so die Einschätzung des Migrationsexperten Christopher Hein. Der Juradozent und Berater des Italienischen Flüchtlingsrates beobachte seit Jahren eine steigende Auswanderungstätigkeit.

Die neue Emigrationswelle "hat vor fünf bis sechs Jahren begonnen und nimmt jedes Jahr zu", sage Hein. Zudem weise Italien viele strukturelle Schwächen auf. Ökonomen würden etwa auf ein Übermaß an Bürokratie und auf den starren Arbeitsmarkt verweisen. Aber auch die zahlreichen politischen Querelen und eine hohe Kriminalität würden häufig als Wachstumshemmnisse genannt.

Ob ausgerechnet Mario Draghi all das ändern könne, woran seine Vorgänger gescheitert seien, das sei die große Frage - und zugleich die große Hoffnung. Dabei müsse Draghi nicht zwingend aus dem Leeren schöpfen. Zum einen habe es auch in der Vergangenheit durchaus hier und da sinnvolle Ansätze gegeben, an die Draghi anknüpfen könne. Zu nennen wäre hier die Industriepolitik von Matteo Renzi, der mit dem Förderplan "Piano Industria 4.0" im Jahr 2017 einen ersten Grundstein gelegt habe. Der Plan enthalte attraktive Steuerkredite für Investitionen in Digitalisierungsausrüstung und -ausbildung, Design und Umwelttechnik.

Zum anderen stünden für Italien rund 200 Milliarden Euro im Rahmen eines Wiederaufbaufonds der Europäischen Union (EU) zur Verfügung. Bis Ende April habe Draghi Zeit, der EU zu erklären, wie er das Geld verwenden wolle. Könne er die Verantwortlichen überzeugen, fließe das Geld. Kernpunkt einer möglichen neuen Förderstrategie sei der "grüne Wandel". Knapp 70 Milliarden von den genannten 200 Milliarden Euro sollten in den ökologischen Umbau der Wirtschaft gehen. Und das sei eine riesengroße Chance für Italien, würden Beobachter sagen. Ihre Hoffnung: Italien werde zum Vorreiter in Sachen "grüne Wende" in Europa.

"Der Kampf gegen die Klimakrise kann Italien zum Treiber des Wandels und sogar zu seinem Modell machen", sage Catia Bastioli. Die Chemikerin und Umweltpionierin gehöre zu den Unterzeichnern des "Manifests von Assisi". Über 2.000 Unternehmen, Wirtschaftsverbände, kommunale Vertretungen, Universitäten, kirchliche Organisationen und Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft hätten das Manifest unterschrieben, das eine Vernetzung aller Akteure beabsichtige. Zielsetzung des Manifests: Die Herausforderung der Klimakrise als Italiens Chance zu begreifen, den wirtschaftlichen und sozialen Niedergang zu stoppen.

Ob das alles gelinge, ob Italien wirklich zum Treiber des Wandels in der Klimakrise werden könne, sei natürlich völlig unklar. Aber es wäre eine Vision, die man in Rom und die Mario Draghi gut gebrauchen könnte. Eine Vision, die das Land eine und neue Kräfte wecke. Und eine Vision, die auch der Börse in Mailand guttun würde. Diese hinke ihrer Konkurrenz deutlich hinterher. Der FTSE MIB, Italiens Leitindex, habe sich vom Absturz während der Staats- und Finanzschuldenkrise 2008 bis heute nicht erholen können, während der DAX und der EURO STOXX 50 deutliche Zuwächse verzeichnen würden. Manche Experten sähen für Italiens Börse deshalb Nachholpotenzial. (Ausgabe Mai 2021) (05.05.2021/zc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyseeinsehen.


 

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